Militzke Verlag GmbH: Sanierungsoptionen für Magdeburger Schulbuchverlag werden geprüft

Rüdiger Bauch vom Magdeburger Standort von Schultze & Braun ist vorläufiger Insolvenzverwalter – wirtschaftliche Lage des 1990 gegründeten Unternehmens aktuell sehr angespannt
Zeitnaher Einstieg eines Investors für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs notwendig
Ziel: Erhalt des Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze – Löhne und Gehälter der vier Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld bis Ende Februar gesichert

Magdeburg. Der 1990 gegründete Schulbuchverlag Militzke (Militzke Verlag GmbH) hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Magdeburg hat Rüdiger Bauch vom Magdeburger Standort der bundesweit tätigen Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Bauch und sein Team verschaffen sich derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage und prüfen die Sanierungsmöglichkeiten für den auf Schulbücher und Themenhefte für Ethik und Philosophie in allen Klassenstufen spezialisierten Verlag. Unter der Marke Militzke digital betreibt das Unternehmen zudem einen digitalen Unterrichtsassistenten.


Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

Zur Prüfung der Sanierungsoptionen gehört auch die zeitnahe Klärung, inwieweit die Weiterführung des Geschäftsbetriebs sowie die Auslieferung bestehender Aufträge sichergestellt werden kann.

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Wirtschaftlichkeitsprüfung zeitnah abzuschließen“, sagt Rüdiger Bauch. „Aktuell werden die Bücher des Militzke Verlags weiter ausgeliefert und auch Neubestellungen sind jederzeit möglich.“


Profil und Angebot des Militzke Verlags

Die Militzke Verlag GmbH steht seit 1990 für erstklassige Lehrbücher und unterrichtsergänzende Materialien für die Fächer:

  • Philosophie
  • Ethik
  • Werte und Normen
  • Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde

Der Verlag begleitet Kinder und Jugendliche aller Jahrgangsstufen ebenso wie Menschen im Bereich der beruflichen Bildung.

„Unsere Bücher und Lehrmaterialien können online bestellt werden und werden innerhalb von 24 Stunden versandt“, sagt Michael Wolf, Geschäftsführer der Militzke Verlag GmbH. „Mit Militzke digital haben wir bereits seit einiger Zeit einen digitalen Unterrichtsassistenten für zeitgemäße Bildung etabliert, der von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern gleichermaßen genutzt werden kann. Spätestens seit der Corona-Pandemie wissen wir, dass neue Lösungen in unserer digitalen Welt benötigt werden.“

Darüber hinaus hat der Militzke Verlag gemeinsam mit einem externen Partner eine neue Lehrwerksreihe für den Sachunterricht an Grundschulen weitgehend entwickelt, die kurz vor der Marktreife steht. Unabhängig vom Schulbuchgeschäft wird zudem der Geschäftszweig „Neue Brehm Bücherei“ betrieben, der Tiermonographien vertreibt.


Investorenprozess steht allen offen

Rüdiger Bauch hat gemeinsam mit Geschäftsführer Michael Wolf die Belegschaft bereits über die aktuelle Situation sowie die nächsten Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter der vier Mitarbeitenden sind bis Ende Februar über das Insolvenzgeld gesichert.

Ziel ist es, das Unternehmen sowie möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Dies kann sowohl durch den zeitnahen Einstieg eines Investors in das bestehende Unternehmen als auch durch die Integration in eine Unternehmensgruppe erfolgen.

Wir suchen einen strategischen Partner. Interessenten für einen Einstieg können sich gerne bei mir melden. Der Investorenprozess steht allen offen“, betont Rüdiger Bauch.


Umsatzrückgang durch Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfälle

Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage ist ein spürbarer, zweistelliger Umsatzrückgang gegenüber dem in den Vorjahren stetigen Schulbuchgeschäft.

Wesentlicher Grund hierfür ist der allgemeine Lehrkräftemangel an Schulen, der zu Unterrichtsausfällen, insbesondere in den sogenannten Nebenfächern wie Ethik und Philosophie, führte. Dadurch sank der Bedarf an Lehrmitteln deutlich und es entstand in der Liquiditätsplanung des Militzke Verlags eine Lücke, die aus eigener Kraft nicht mehr geschlossen werden konnte.