Radolfzell, 3. März 2026. Die ENGMATEC GmbH, Spezialist für Automatisierung, Prüftechnik und Montageanlagen, hat gestern beim zuständigen Amtsgericht in Konstanz einen Antrag auf ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das Gericht hat diesem Antrag zugestimmt und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.
Die Eigenverwaltung soll genutzt werden, um die aktuelle Krisensituation strukturiert zu bewältigen und das Unternehmen nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Hintergrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist insbesondere die konjunkturell bedingt angespannte Marktlage. Seit 2025 wirkt sich die weltweite Krise spürbar auf das Geschäft aus: Kunden reduzieren Projektvolumina und verschieben oder stornieren Vorhaben, während zugleich ein deutlich verschärfter Preiswettbewerb durch internationale, insbesondere asiatische Wettbewerber zu verzeichnen ist.
Geschäftsführer Peter Sauter bleibt im Rahmen der Eigenverwaltung voll handlungs- und weisungsbefugt und führt das Unternehmen aktiv durch den Prozess der strategischen Neuaufstellung. Der Geschäftsbetrieb wird dabei ohne Einschränkungen fortgeführt; Kunden werden weiterhin, wie gewohnt zuverlässig, in hoher Qualität und mit voller Termintreue bedient. „Für unsere Geschäftspartner und Mitarbeitenden ändert sich im Tagesgeschäft nichts. Der Betrieb läuft stabil weiter, und wir erfüllen alle Aufträge in der gewohnten Qualität und Verlässlichkeit“, sagt Peter Sauter.
Bei seiner Arbeit wird er ab sofort von dem sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung von der Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz unterstützt, der mit seinem Team bereits eine Vielzahl von Unternehmen bei ihren Transformationsprozessen erfolgreich begleitet hat. Er ist mit Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung zum weiteren Geschäftsführer der ENGMATEC GmbH bestellt worden. Dies geschieht, um der Komplexität und der rechtlichen Herausforderungen des Eigenverwaltungsverfahrens gerecht zu werden. „In den kommenden Wochen werden wir jetzt Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufnehmen und auf dieser Grundlage alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für ENGMATEC erörtern“, erläutert Sanierungsexperte Marc-Philippe Hornung die anstehenden Schritte.
Die ENGMATEC GmbH wird ab sofort auch von Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei GRUB BRUGGER begleitet. Er wurde vom zuständigen Amtsgericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt, um den Sanierungskurs konstruktiv zu unterstützen und die Gläubigerinteressen zu wahren.
Die Mitarbeitenden wurden bereits über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert. Für die kommenden drei Monate erhalten sie Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit.
Weitere Informationen:
Die ENGMATEC GmbH entwickelt und baut Prüfgeräte sowie Montageanlagen für elektronische Baugruppen und Produkte. Verwurzelt in Radolfzell und mit Produkten weltweit im Einsatz verbindet es lokale Nähe mit internationaler Ausrichtung. Technikbegeisterung, Leidenschaft, Sorgfalt und Geschwindigkeit prägen das tägliche Handeln. Ziel ist die präzise und effiziente Umsetzung von Montage- und Prüfprozessen in wirtschaftlichen Anlagen – stets im engen Austausch mit den Auftraggebern. Als Systemintegrator stellt sich das Unternehmen flexibel auf die Anforderungen seiner Kunden ein und begleitet sie als verlässlicher Partner in die Zukunft. Das Leistungsspektrum reicht von einfachen semi-automatischen Prüfgeräten bis hin zu komplexen automatisierten Fertigungslinien. Eine umfassende Kundenbetreuung über alle Phasen der Prozessabwicklung hinweg ist selbstverständlich. Gegründet im Jahr 1994, verfügt das Unternehmen über langjährige Erfahrung in der Automatisierungs-, Produktions- und Fertigungstechnologie und beschäftigt in Radolfzell heute rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.