- Patientenversorgung läuft wie gewohnt und vollumfänglich weiter.
- Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden bleiben gesichert.
- Bezug des ersten Teilbereichs des Neubaus im zweiten Quartal 2026 vorgesehen.
Berlin, den 4. März 2026. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg hat das Eigenverwaltungsverfahren für das Jüdische Krankenhaus Berlin planmäßig eröffnet. Die Verfahrenseröffnung ist regulärer Teil des rechtlichen Sanierungsprozesses und schließt sich an die dreimonatige Phase des vorläufigen Verfahrens an.
Der neue Verfahrensabschnitt bringt keine Änderungen für den laufenden Klinikbetrieb mit sich. Sämtliche Versorgungsleistungen bleiben vollumfänglich bestehen, Untersuchungen, Behandlungen und Operationen führt das JKB uneingeschränkt fort, um eine lückenlose Versorgung für Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.
Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch im neuen Verfahrensabschnitt gesichert.
Die Vorstandsvorsitzende des JKB, Brit Ismer, sagt: „Die Eröffnung des Eigenverwaltungsverfahrens ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Sanierungsweg. In den nächsten Wochen liegt unser Fokus darauf, eine geeignete Fortführungslösung für das Haus zu finden.“
„Eine langfristig wirtschaftlich tragfähige Lösung für das JKB ist und bleibt unser erklärtes Ziel. Wir erfahren breiten Zuspruch von unseren Patientinnen und Patienten, und durch den engagierten Einsatz unserer Beschäftigten sowie den Ausbau wichtiger Leistungsschwerpunkte in den letzten Wochen konnten wir bereits eine gute Entwicklung verzeichnen“, so Jessica Maaß, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des JKB.“
Ein erfahrenes Team aus Restrukturierungsexperten (Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte) unterstützt das Verfahren. Zudem wird Friedemann Schade (BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN – BRL) nach wie vor als gerichtlich bestellter Sachwalter das Verfahren begleiten.
„Das Jüdische Krankenhaus Berlin saniert sich in einer anspruchsvollen Marktlage. Trotzdem erfahren wir die Gespräche mit potenziellen Investoren, politischen Akteuren und wirtschaftlichen Vertretern als zugewandt und konstruktiv. Das stimmt uns zuversichtlich“, so Steuerberaterin Dorit Aurich (ECKERT Rechtsanwälte).
Rechtsanwalt Lars Knipper (ECKERT Rechtsanwälte) sagt: „Das Eigenverwaltungsverfahren gibt uns wichtige rechtliche Instrumente an die Hand, mit denen wir Restrukturierungsmaßnahmen gezielt und schnell umsetzen können. Alle Beteiligten zeigen viel Einsatz und Veränderungsbereitschaft, wodurch wir in kurzer Zeit bereits den Geschäftsbetrieb gut stabilisieren konnten.“
Im Dezember 2025 startete das JKB die Sanierung über das Eigenverwaltungsverfahren. Grund für den Schritt war die angespannte Finanzlage des Krankenhauses, ausgelöst durch den Veränderungsdruck der Krankenhausreform, aktuelle Sparbeschlüsse der Bundespolitik und allgemeine Kostensteigerungen bei nicht ausreichend refinanzierten Versorgungsleistungen. Hinzu kamen ausstehende Investitionen für Gebäude und IT-Systeme sowie zusätzliche Herausforderungen durch einen Wasserschaden im Neubau.
Friedemann Schade (BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN – BRL), der das Verfahren als Sachwalter begleitet, sagt: „Das JKB beweist im laufenden Verfahren Weitsicht und Stabilität, was gute Voraussetzungen für die Sanierungsfähigkeit des Krankenhauses sind. Unter Wahrung der Gläubigerinteressen wird die Sachwaltung das Verfahren in der eröffneten Phase weiter begleiten und überwachen.“
Über das Jüdische Krankenhaus Berlin
Das Jüdische Krankenhaus Berlin ist ein modernes Notfallkrankenhaus mit einer 269-jährigen Tradition. Rund 820 Mitarbeitende sind im Krankenhaus beschäftigt, das 384 Betten führt in den Fachrichtungen Innere Medizin: Kardiologie, Angiologie und Diabetologie, Gastroenterologie, außerdem Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Anästhesiologie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie. Ein MVZ für radiologische Diagnostik und minimalinvasive Therapie komplettiert das Leistungsspektrum am Standort. Das Krankenhaus ist nach DIN EN:ISO sowie als für Diabetespatienten geeignete Klinik von der DDG zertifiziert und verfügt darüber hinaus über folgende zertifizierte Zentren: interdisziplinäres Gefäßzentrum, MS-Schwerpunktzentrum, überregionale Stroke Unit, Chest Pain Unit, Cardiac Arrest Center und Endoprothetikzentrum. Die Klinik für Psychiatrie trägt das CBASP Zertifikat.
Über ECKERT Rechtsanwälte
ECKERT Rechtsanwälte gehört zu den führenden deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzkanzleien. Die Spezialisten der Sozietät sind sowohl beratend auf Unternehmensseite als auch als Insolvenzverwalter, Sachwalter und Zwangsverwalter tätig. Besondere Expertise besteht bei der Sanierung von Krankenhausträgern. Dazu zählen verschiedene Kliniken der Schwesternschaft München vom BRK e. V., das Verbundkrankenhaus Linz/Remagen, die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz e. V., die Krupp-Krankenhäuser in Essen, die Kreisklinik Groß-Gerau, die Burgenland-Kliniken sowie die „DRK gem. Krankenhausgesellschaft Süd-West“. Die Kanzlei beschäftigt rund 170 Mitarbeiter an 20 Standorten, davon sind 50 Berufsträger.
Über BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN – BRL
BRL ist eine international ausgerichtete Partnerschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern, die im Jahr 2006 gegründet wurde. Heute ist BRL mit rund 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten Hamburg, Berlin, Bochum, Hannover, Dortmund, Essen, München, Bielefeld und Düsseldorf vertreten. Über das Netzwerk Moore Global (internationales Netzwerk unabhängiger Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften) ist BRL bestens aufgestellt, um auch für länderübergreifende Fragestellungen zuverlässige und effiziente Lösungen bereitzustellen.