- Röbbig-Kunst wird gesammelt bei Sotheby‘s-Auktionen in Paris und Köln versteigert
München, 06.März 2026. Die Vorbereitungen zur Verwertung des über 700 Kunstgegenstände umfassenden Bestandes von Röbbig München, des ehedem weltweit führenden Händlers von Porzellanobjekten aus der Manufaktur Meißen, sind angelaufen. Nachdem die Gläubigerversammlung das von Insolvenzverwalter Dino Straub (Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter) vorgelegte Verwertungskonzept bereits Ende November 2025 gebilligt hat, besteht nun endgültig Klarheit über den weiteren Ablauf der Verwertung. Demnach werden die Röbbig-Kunstobjekte im Sommer und Herbst dieses Jahres bei Auktionen in Paris und Köln vom international führenden Auktionshaus Sotheby‘s versteigert. Weitere Informationen hierzu sowie zu den Voraussetzungen der Teilnahme an der Auktion werden rechtzeitig vorher durch das Auktionshaus Sotheby’s bzw. den Insolvenzverwalter veröffentlicht.
Gründliche Bestandsaufnahme und -sicherung an acht europäischen Standorten
Grundlage der Verwertung ist die seit dem Insolvenzantrag im Juni 2025 durchgeführte, gründliche Bestandsaufnahme der an insgesamt acht Wohn- und Lagerstätten in Deutschland, Österreich und Frankreich vorgefundenen Vermögensgegenstände. Überwiegend handelt es sich dabei um Porzellan der Manufaktur Meißen, der königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sowie hochwertige Kunst- und Einrichtungsgegenstände (Bilder, Stühle, Leuchter, Kommoden) des 17. und 18. Jahrhunderts.
Um die Kunstgegenstände bestmöglich im Interesse der Gläubiger zu verwerten, nahm der Insolvenzverwalter Kontakt zu den weltweit führenden Auktionshäusern auf. Daraufhin nahmen Experten aus London und Paris die Objekte in Augenschein. „Die Resonanz war ausnahmslos positiv und es wurde ein großes Interesse an der Verwertung der Gegenstände der Galerie Röbbig, die nach Auskunft der Vertreter der Auktionshäuser weltweit ein hohes Ansehen für ihre Meißener Porzellan- und Kunstgegenstände und die Qualität ihrer Produkte genießt, zum Ausdruck gebracht“, so Rechtsanwalt Dino Straub in seinem Bericht zur Gläubigerversammlung.
Alle Auktionshäuser stimmten darin überein, dass zur bestmöglichen Verwertung Paris als Versteigerungsort zu präferieren wäre, um die potenziellen, weltweit angesiedelten Kaufinteressenten anzusprechen. Aufgrund der hohen Anzahl an Kunstgegenständen soll neben einer Live- und Online-Auktion im Juni 2026 in Paris insbesondere auch eine Online-Auktion in Köln im Herbst 2026 stattfinden, um gerade auch die nationale Käuferschaft gezielt anzusprechen. Begleitet wird dies durch eine vorausgehende umfassende Marketingkampagne mit geplanten Ausstellungen der Highlights an verschiedenen Standorten.
Bislang rund 17 Mio. Euro an Insolvenzforderungen angemeldet
Entsprechend beschlossen die in der Gläubigerversammlung anwesenden Gläubiger einstimmig, „dass der Insolvenzverwalter die dem Insolvenzbeschlag unterliegenden Kunstgegenstände im Wege einer frei zugänglich öffentlich stattfindenden Auktion meistbietend freihändig veräußert und mit der Durchführung des Auktionshaus Sotheby`s beauftragt“.
Insgesamt waren bis zur Gläubigerversammlung von 39 Gläubigern rund 17 Mio. Euro an Forderungen im Insolvenzverfahren angemeldet worden. Davon wurden vom Insolvenzverwalter bislang 2,8 Mio. Euro anerkannt.
Weitere Informationen:
Röbbig München war bis zur Insolvenz einer der weltweit führenden Händler von Porzellanobjekten aus der Manufaktur Meißen, ergänzt durch seltene und außergewöhnliche Objekte von Du Paquier, Wien, oder von angesehenen deutschen Manufakturen wie Frankenthal, Fürstenberg, Höchst, Ludwigsburg, Nymphenburg oder KPM Berlin. 1976 eröffnet, wurde das Kunstgeschäft schnell ein Teil des gehobenen Kunsthandels in Deutschland. 2004 bezog Röbbig ein neues und wesentlich größeres Haus in der Brienner Straße in München, dessen Räume als Salons eingerichtet wurden, in denen internationalen Sammlern ein breiteres Spektrum an Kunstobjekten vor allem des 18. Jahrhunderts angeboten werden konnte. Nach dem Tod des Namensgebers wurde das Handelsgeschäft von einem damaligen Angestellten übernommen und unter dem alten Namen Galerie Röbbig fortgeführt. 2019 erfolgte ein erneuter Umzug in das Carolinen Palais in der Brienner Straße 25. Mit Beschluss vom 10. Juni 2025 ordnete das Amtsgericht München zur Sicherung des Schuldnervermögens nach § 21 Abs. 1 und 2 der Insolvenzordnung (InsO) die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Hintergrund des Insolvenzantrags waren bereits seit längerem bestehende wirtschaftliche Schwierigkeiten des Eigentümers des Kunsthandels Gerhard Röbbig e.K. Er hatte das Geschäft 2012 nach dem Tod des Gründers und Namensgebers übernommen und seitdem fortgeführt, wobei die Umsätze seit 2022 stark rückläufig waren. Hinzu kamen Nachforderungen des Finanzamtes in Millionenhöhe.
Dino Straub ist Rechtsanwalt und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Bearbeitung einer Vielzahl oftmals komplexer Insolvenzverfahren mit internationalem Bezug. Seit 2015 in der Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter tätig, wird er vom Amtsgericht München regelmäßig als Insolvenzverwalter bestellt. So wurde er unter anderem als Insolvenzverwalter der Gruppo La Perla (Deutschland) GmbH eingesetzt.
Die Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter ist seit mehr als zwei Jahrzehnten eine der führenden Kanzleien auf den Gebieten Insolvenzverwaltung, Insolvenzrecht sowie Sanierung (nach dem ESUG), insbesondere in komplexen und grenzüberschreitenden Verfahren. Eine wichtige Grundlage dafür ist die regelmäßig gerade bei komplexen Verfahren gefragte langjährige Erfahrung, Kompetenz und Unabhängigkeit. Nicht zuletzt deshalb genießt die Kanzlei seit Jahrzehnten das Vertrauen von Gerichten und Gläubigern gerade in schwierigen Verfahren, in denen widerstreitende Interessen der Beteiligten bestehen. Die Kanzlei kann mit ihrer eigenen leistungsstarken und über Jahre gewachsenen Struktur Verfahren jeder Größenordnung im Interesse der Gläubiger begleiten.