Maschinenbauunternehmen Cremer Thermoprozessanlagen saniert sich in Eigenverwaltung

  • Eigenverwaltungsverfahren am 1. März 2026 eröffnet
  • Geschäftsbetrieb läuft an allen Standorten vollumfänglich weiter
  • Investorenprozess erfolgreich angelaufen

Düren, den 6. März 2026. Die Cremer Thermoprozessanlagen GmbH mit Sitz in Düren befindet sich seit dem 1. März 2026 in einem Eigenverwaltungsverfahren. Der hochspezialisierte Maschinenbauer entwickelt und produziert seit mehr als 50 Jahren maßgeschneiderte Industrieöfen und thermische Prozessanlagen, die weltweit an Kunden ausgeliefert werden. Mit 87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt das Unternehmen zu den etablierten Spezialanbietern in seinem Segment. Ziel des Eigenverwaltungsverfahrens ist die nachhaltige Sanierung sowie der langfristige Erhalt und die Fortführung des traditionsreichen Familienunternehmens.

Strukturelle Branchenkrise belastet mittelständischen Maschinenbau

Wie viele hoch spezialisierte Maschinenbauunternehmen steht auch die Cremer Thermoprozessanlagen GmbH seit mehreren Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Ausschlaggebend hierfür sind insbesondere gestiegene Energie- und Standortkosten, ein zunehmend kompetitives internationales Marktumfeld sowie zusätzliche Zollbelastungen. Zudem verschärfte sich die wirtschaftliche Situation erheblich, als ein Kunde aus den USA kurzfristig ein Großprojekt gestrichen hatte. Vor diesem Hintergrund stellte das Unternehmen am 11. November 2025 beim Amtsgericht Aachen einen Antrag auf Durchführung eines Eigenverwaltungsverfahrens. Das Gericht eröffnete das Verfahren zum 1. März 2026.

Sanierung in Eigenverwaltung

Im Rahmen der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung weiterhin handlungsfähig und steuert den Sanierungsprozess selbst. Unterstützt wird die Geschäftsführung um Dr. Ingo Cremer von den erfahrenen Sanierungsexperten Rechtsanwalt Maximilian Michelsen und Diplom-Kaufmann Christian Krause von der Wirtschaftskanzlei und Unternehmensberatung Aderhold, die als Generalbevollmächtigte tätig sind. Das Amtsgericht Aachen bestellte Rechtsanwalt Nikolaos Antoniadis von Antoniadis & Ure Rechtsanwaltsgesellschaft mbH zum Sachwalter. Er überwacht die Geschäftsführung im Interesse der Gläubiger und begleitet den Restrukturierungsprozess konstruktiv.

Hohes technologisches Know-how

„Die Eigenverwaltung bietet die Möglichkeit, das Unternehmen strukturiert zu stabilisieren und gleichzeitig die operative Stärke des Unternehmens zu erhalten“, erklärt Maximilian Michelsen, Generalbevollmächtigter des Maschinenbauunternehmens. „Cremer verfügt über ein hohes technologisches Know-how, eine sehr gute Marktposition in seinem Spezialsegment und eine engagierte Belegschaft – das sind hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung.“ In Zuge des vorläufigen Verfahrens ist es dem Familienunternehmen gelungen, neue Aufträge zu gewinnen.

Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze

Auch sein Kollege Christian Krause sieht gute Perspektiven für das Unternehmen: „Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Lösung zu entwickeln, die sowohl den Fortbestand des Unternehmens als auch möglichst viele Arbeitsplätze sichert. Die bisherigen Gespräche mit Marktteilnehmern zeigen, dass Cremer im internationalen Umfeld weiterhin als technologisch attraktives Unternehmen wahrgenommen wird und Vertrauen im Markt genießt.“

Produktion läuft an allen Standorten weiter

Während des Verfahrens läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Die Produktion sowie sämtliche Projekte werden an den drei Standorten Düren-Konzendorf, Düren-Derichsweiler und Langerwehe in vollem Umfang fortgeführt. Geschäftsführer Dr. Ingo Cremer betont die Stabilität des operativen Geschäfts: „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir ihre Projekte weiterhin zuverlässig umsetzen. Unsere hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit großem Engagement daran, die laufenden Aufträge mit der gewohnt guten Qualität zu realisieren und pünktlich und zuverlässig auszuliefern.“ Gleichzeitig richtet der Geschäftsführer den Blick nach vorn: „Die Eigenverwaltung eröffnet uns die Chance, unser Unternehmen strukturell neu auszurichten und langfristig wieder auf ein stabiles Fundament zu stellen.“

Internationaler Investorenprozess gestartet

Parallel zum Sanierungsverfahren hat das Maschinenbauunternehmen gemeinsam mit einem M&A-Berater einen strukturierten internationalen Investorenprozess gestartet. Inzwischen haben zahlreiche potenzielle Investoren ihr Interesse bekundet, mehrere Interessenten das Unternehmen bereits vor Ort besucht und Gespräche mit dem Management geführt. „Der Investorenprozess schreitet sehr gut voran“, sagt Generalbevollmächtigter Maximilian Michelsen. „Wir führen derzeit intensive Gespräche mit mehreren ernsthaften Interessenten.“ Sobald ein konkretes Ergebnis vorliegt, wird das Unternehmen zunächst die Belegschaft informieren und anschließend die Kunden, Lieferanten sowie die Öffentlichkeit über den Verkauf an einen neuen Investor unterrichten.

Die CREMER Polyfour Entwicklungs- und Vertriebs GmbH für Industrieöfen ist von dem Verfahren auf Eigenverwaltung nicht betroffen.

Das Unternehmen wird beraten von einem Team um Christian Krause, geschäftsführender Gesellschafter der Aderhold Unternehmensberatung GmbH sowie Maximilian Michelsen, Partner bei Aderhold Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Unterstützt werden sie von Inara Zarmann (Aderhold Rechtsanwaltsgesellschaft), Lorraine Möhle und Jonas Schrader (beide Aderhold Unternehmensberatung).

Über die Cremer Thermoprozessanlagen GmbH

Die Cremer Thermoprozessanlagen GmbH mit Sitz in Düren entwickelt und produziert seit über fünf Jahrzehnten maßgeschneiderte Industrieöfen und thermische Prozessanlagen für industrielle Anwendungen. Das Unternehmen realisiert kundenspezifische Lösungen von der Planung über die Fertigung bis zur weltweiten Auslieferung und Inbetriebnahme der Anlagen. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 87 Mitarbeiter.

Weitere Informationen: www.cremer-polyfour.de

Über Aderhold

Aderhold ist eine unabhängige Wirtschaftskanzlei und Beratungsgesellschaft mit Standorten in Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Köln und Leipzig. Die Kanzlei berät Unternehmen, Unternehmer und Institutionen in allen wesentlichen Bereichen des Wirtschafts- und Unternehmensrechts. Zu den Mandanten zählen insbesondere mittelständische Unternehmen, Familienunternehmen, Banken und international tätige Konzerne. Interdisziplinäre Teams aus spezialisierten Anwältinnen und Anwälten entwickeln gemeinsam mit ihren Mandanten maßgeschneiderte Lösungen für komplexe wirtschaftsrechtliche Herausforderungen.

Weitere Infos unter www.aderhold.de

Über Kanzlei Antoniadis & Ure

Antoniadis & Ure ist eine auf Insolvenzverwaltung, Eigen- und Sachwaltung sowie Restrukturierungs- und Steuerberatung spezialisierte Sozietät von Rechtsanwälten und Steuerberatern mit Standorten in Aachen, Bochum, Brühl, Duisburg, Düsseldorf, Erkelenz, Mönchengladbach, Recklinghausen, Solingen und Prag. Neben der langjährig etablierten Tätigkeit als Insolvenzverwalter und Sachwalter bietet die Kanzlei eine umfassende vorinsolvenzliche Sanierungsberatung an. Die Kombination von betriebswirtschaftlichem, steuerlichem sowie insolvenzrechtlichem Fachwissen mit unternehmerischer
Erfahrung ermöglicht es Antoniadis & Ure, sowohl gerichtliche Verfahren als auch außergerichtliche Restrukturierungen individuell, lösungsorientiert und zukunftsgerichtet zu gestalten. Dabei ist Antoniadis & Ure sowohl national als auch international tätig.

Weitere Informationen unter: www.anure.de