- Wissenschaftliche und journalistische Arbeiten zu Restrukturierungen und Insolvenzen können eingereicht werden
- Gravenbrucher Kreis würdigt Relevanz von Wissenschaft und Journalismus
- Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 15. Juni 2026
Hamburg, Frankfurt a. M., den 27. April 2026; Der Gravenbrucher Kreis lobt seinen Wissenschafts- und Journalismuspreis aus. Der Preis richtet sich einerseits an Nachwuchswissenschaftler, die eine Doktorarbeit mit Bezug zum deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzrecht verfasst haben. Andererseits sind Medienschaffende angesprochen, die über die Ereignisse und Folgen von Restrukturierungen oder Insolvenzen von Unternehmen oder auch ganzer Branchen berichtet haben.
Der Zusammenschluss führender, überregional tätiger Insolvenzverwalter und Restrukturierungsexperten Deutschlands vergibt den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preis bereits zum zehnten Mal in den beiden Kategorien. Bewerbungen aus Wissenschaft und Journalismus können bis zum 15. Juni 2026 eingereicht werden. Die Preisverleihung wird am 17. September 2026 in Berlin stattfinden.
„Die vergangenen Jahre waren von tiefgreifenden Umbrüchen geprägt. Auf die COVID-19-Pandemie folgten geopolitische Spannungen, anhaltende Lieferkettenprobleme, hohe Energiepreise sowie eine restriktivere Geldpolitik. Diese Entwicklungen haben die deutsche Wirtschaft nachhaltig belastet und zu einem deutlichen Anstieg von Unternehmensinsolvenzen geführt. Auch aktuell bleibt die Lage für viele Unternehmen angespannt – der Bedarf an tragfähigen Sanierungs- und Restrukturierungslösungen ist unverändert hoch“, sagt Stefan Denkhaus, Sprecher des Gravenbrucher Kreises.
„Vor diesem Hintergrund loben wir 2026 erneut den Gravenbrucher Kreis Wissenschafts- und Journalismuspreis aus. Damit würdigen wir zum einen wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzrechts, die bestehende Defizite analysieren, Herausforderungen herausarbeiten und insbesondere praxisnahe Lösungsansätze entwickeln. Sie bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung eines modernen und leistungsfähigen Insolvenz- und Restrukturierungsrechts.
Zum anderen zeichnen wir herausragende journalistische Beiträge zum Themenfeld Restrukturierung und Insolvenz aus. Denn erfolgreiche Sanierungen erfordern nicht nur wirtschaftliche und rechtliche Expertise, sondern auch Vertrauen und Akzeptanz. Eine fundierte, differenzierte Berichterstattung leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag.“
Für den Wissenschaftspreis können Nachwuchswissenschaftler Dissertationen einreichen, die einen Bezug zum deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzrecht haben, an einer Universität innerhalb der Europäischen Union oder der Schweiz verfasst sowie überdurchschnittlich bewertet wurden.
Für den Journalismuspreis können Arbeiten eingereicht werden, die Restrukturierungen und Insolvenzen von Unternehmen thematisieren. Die Beiträge müssen in deutscher Sprache verfasst und in einem journalistischen Medium veröffentlicht worden sein.
Berücksichtigt werden nur Arbeiten, die im Zeitraum vom 1. Juni 2024 bis zum 31. Mai 2026 erschienen sind. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2026. Detaillierte Ausschreibungsunterlagen finden sich auf der Website des Gravenbrucher Kreises (www.gravenbrucher-kreis.de).
Informationen zu den Preisen
Der Gravenbrucher Kreis Wissenschafts- und Journalismuspreis wird in diesen beiden Kategorien seit 2008 alle zwei Jahre vergeben, im Jahr 2026 zum zehnten Mal.
Mit dem Wissenschaftspreis fördert der Gravenbrucher Kreis junge Akademikerinnen und Akademiker aus dem Bereich der Rechtswissenschaften und angrenzenden Wissenschaftsgebieten, deren Dissertation einen Bezug zum deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzrecht hat und überdurchschnittlich bewertet wurde.
An dem Journalismuswettbewerb können Journalistinnen und Journalisten mit Beiträgen aus den Bereichen Print, Fernsehen, Radio und Online-Medien teilnehmen. Dabei sind nicht nur Beiträge aus überregionalen Medien gefragt; auch Lokal- und Wirtschaftsjournalisten, die oft über Monate hinweg Restrukturierungen oder Insolvenzen begleiten, fortlaufende Berichte recherchieren und veröffentlichen, sind eingeladen, ihre Arbeiten einzureichen.
Die hochrangig besetzte Jury der beiden Wettbewerbe unterstreicht die Bedeutung des Wettbewerbs. Externe Jurymitglieder sind:
- Prof. Dr. Reinhard Bork,
Universitätsprofessor a.D., Lehrstuhl für Zivilprozess- und Allgemeines Prozessrecht,
Universität Hamburg - Prof. Dr. Florian Jacoby,
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilverfahrens-, Insolvenz- und Gesellschaftsrecht,
Universität Bielefeld - Kristina Läsker, selbstständige Wirtschaftsredakteurin (Spiegel Wissen, Zeit, brand eins) und Moderatorin, zuvor Chefin vom Dienst bei Spiegel Online, Vorsitzende des Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten e. V.
- Prof. Dr. Stephan Madaus,
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozess- und Insolvenzrecht,
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg - Klaus-Peter Siegloch, ehem. stellvertretender Chefredakteur des ZDF und Moderator der Nachrichtensendungen „heute“ und „heute-journal“, zuvor journalistische Tätigkeit unter anderem beim NDR, zuletzt Präsident des Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft
- Prof. Dr. Christoph Thole,
Direktor des Instituts für Verfahrensrecht und Insolvenzrecht sowie des Instituts für Internationales und Europäisches Insolvenzrecht,
Universität zu Köln
Hinzu kommen fünf Mitglieder des Gravenbrucher Kreises, namentlich die Rechtsanwälte und Insolvenzverwalter:
- Prof. Dr. Dirk Andres
- Stefan Denkhaus
- Prof. Dr. Lucas F. Flöther
- Dr. Christoph Morgen
- Dr. Jens Schmidt
Über den Gravenbrucher Kreis
Im Gravenbrucher Kreis sind seit 1986 Vertreter führender Insolvenzkanzleien Deutschlands zusammengeschlossen, die sich durch umfassende Erfahrung und Kompetenz im Bereich überregionaler Restrukturierungs- und Insolvenzverfahren auszeichnen. Die Mitglieder verpflichten sich zur Einhaltung höchster Qualitäts- und Leistungsstandards, die sie durch das exklusive, von unabhängigen Auditoren geprüfte Zertifikat InsO Excellence nachweisen. Der Kreis hat aktuell 32 Mitglieder (davon 19 aktive und 13 passive). Sprecher des Gravenbrucher Kreises ist seit März 2023 Stefan Denkhaus.
Seit seiner Gründung sieht sich der Gravenbrucher Kreis gefordert, das Restrukturierungs- und Insolvenzrecht sowie angrenzende Rechtsgebiete aus Sicht der Praxis fortzuentwickeln. Darüber hinaus bringt der Gravenbrucher Kreis seine Erfahrung in grenzüberschreitenden Konzerninsolvenzen ein und beteiligt sich an der Fortentwicklung internationaler Standards und Regeln im Bereich der Restrukturierung.
Der interdisziplinäre Erfahrungsaustausch und die gemeinsamen Diskussionen innerhalb des Gravenbrucher Kreises führen zu profunden Einschätzungen und fachkundigen Stellungnahmen. Diese genießen in der nationalen und internationalen Fachwelt des Restrukturierungs- und Insolvenzrechts hohe Anerkennung und finden in Gesetzgebungsverfahren Gehör.