Zukunft für Service und Ersatzteilgeschäft gesichert. manroland sheetfed verkauft globales Lifecycle-Geschäft an HEIDELBERG

  • Kaufvertrag mit Heidelberger Druckmaschinen AG unterzeichnet: Service- und Ersatzteilgeschäft wird nahtlos fortgeführt
  • Rund 35 globale Markt- und Serviceorganisationen mit ca. 600 Mitarbeitenden gehen an HEIDELBERG über
  • Mehr als 3.000 manroland-Anwender weltweit erhalten dauerhaft Zugang zu Service und Ersatzteilen

Offenbach am Main, 24. Juni 2026 – Die manroland sheetfed GmbH hat im Rahmen ihres laufenden Schutzschirmverfahrens einen entscheidenden Schritt zur Sicherung ihres Service- und Ersatzteilgeschäfts vollzogen: Die Heidelberger Druckmaschinen AG (HEIDELBERG) hat einen Kaufvertrag zur Übernahme des weltweiten Lifecycle-Geschäfts einschließlich der globalen Vertriebs- und Servicegesellschaften unterzeichnet. Die Transaktion sichert die Versorgung von manroland-Anwendern weltweit und schafft für die Mitarbeitenden dieses Bereichs eine belastbare Perspektive.

Im Verlauf des Schutzschirmverfahrens hatte manroland sheetfed einen umfassenden, global geführten Investorenprozess eingeleitet. Dabei zeigte sich, dass das Interesse potenzieller Erwerber ausschließlich auf das weltweit aufgestellte Service- und Ersatzteilgeschäft gerichtet war, einschließlich der Markt- und Serviceorganisation sowie der relevanten Intellectual Property. Mit HEIDELBERG konnte nun ein Käufer gefunden werden, der dieses Geschäft nahtlos in seine bestehende globale Infrastruktur integriert.

Im Rahmen der Transaktion übernimmt HEIDELBERG das Service- und Ersatzteilgeschäft über rund 35 Länderorganisationen mit etwa 600 Mitarbeitenden. Darüber hinaus erwirbt HEIDELBERG die Technologie und Intellectual Property für Service und Ersatzteile sowie ausgewählte Vermögensgegenstände. Für mehr als 3.000 manroland-Anwender weltweit bedeutet dies: Die gewohnten lokalen Ansprechpartner bleiben grundsätzlich bestehen und die Ersatzteilversorgung wird ohne Unterbrechung fortgeführt.

„Mit dem Abschluss dieses Kaufvertrags ist es gelungen, für einen zentralen Bereich von manroland sheetfed eine echte Zukunftslösung zu sichern. HEIDELBERG bringt die globale Infrastruktur und die Kundennähe mit, um dieses Geschäft dauerhaft und verlässlich weiterzuführen. Das ist ein wichtiges Ergebnis für die Mitarbeitenden, die Kunden und die gesamte Branche”, sagt der Sanierungsexperte Arndt Geiwitz von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz, der das Verfahren der manroland sheetfed als Generalbevollmächtigter begleitet.

„Der Verkauf des Service- und Ersatzteilgeschäfts ist aus Sicht der Gläubiger ein bestmögliches Ergebnis unter den gegebenen Umständen. Es ist gelungen, den wertvollsten und zukunftsfähigsten Teil des Unternehmens zu erhalten und in geordneter Form zu übertragen.” sagt der Sachwalter im Verfahren, Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger.

Für die Druckmaschinenproduktion am Standort Offenbach am Main konnte trotz intensiver Bemühungen keine Zukunftslösung gefunden werden. Bereits im April 2026 hatte manroland sheetfed kommuniziert, dass die Produktion im Rahmen einer zeitlich begrenzten Ausproduktion abgewickelt wird. Die Mitarbeitenden dieses Bereichs sind bereits freigestellt.

„Der Verlust der Produktion in Offenbach ist schmerzhaft – für die Belegschaft, für den Standort und für die Branche. Umso wichtiger ist es, dass wir für das Service- und Ersatzteilgeschäft einen Erwerber gefunden haben, der die Kontinuität für Kunden und Mitarbeitende sicherstellt. Das war unser vorrangiges Ziel in diesem Prozess”, sagt Oliver Brückner von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz, der das Verfahren der manroland sheetfed ebenfalls als Generalbevollmächtigter begleitet.

Hintergrund des Verfahrens

Der Markt für Druckmaschinen hat sich seit Jahren deutlich rückläufig entwickelt und die Rahmenbedingungen – auch mit Blick auf Kosten- und Margendruck – haben die wirtschaftliche Situation der Druckmaschinenproduktion erheblich belastet. Der Gesellschafter von manroland sheetfed hatte das Unternehmen in den letzten Jahren mit Investitionen und Garantien in erheblichem Umfang finanziell unterstützt. Eine nachhaltige Trendumkehr der externen Faktoren war allerdings weiterhin nicht zu erwarten. Daher war für alle Seiten klar: Eine dauerhafte Abhängigkeit von laufend erfolgenden Gesellschafterfinanzierungen konnte keine tragfähige Lösung sein.