MAFO Systemtechnik AG gerettet

  • Mittelständischer Traditionsbetrieb aus Teisendorf findet mit der Druckguss Westfalen Behringer GmbH & Co. KG einen starken strategischen Partner
  • Strukturierter M&A-Prozess unter reger internationaler Beteiligung erfolgreich abgeschlossen
  • Produktion lief während des Insolvenzverfahrens ohne Unterbrechung weiter
  • Arbeitsplätze der rund 100 Beschäftigten bleiben langfristig gesichert

Teisendorf / Rosenheim, 15. Juli 2026. Die Zukunft der traditionsreichen MAFO Systemtechnik AG mit Sitz in Teisendorf (Landkreis Berchtesgadener Land) ist langfristig gesichert. Nachdem das zuständige Amtsgericht Traunstein am 1. April 2026 das Insolvenzverfahren eröffnet hatte, konnte nun eine umfassende Investorenvereinbarung mit der Druckguss Westfalen Behringer GmbH&Co.KG abgeschlossen werden. Damit gelingt dem Team um Insolvenzverwalter Michael Verken von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte eine nachhaltige Sanierungslösung für das oberbayerische Industrieunternehmen. „Es ist uns in einem sehr intensiven Marktumfeld gelungen, eine ideale Nachfolgelösung zu präsentieren. Dass der Geschäftsbetrieb zu jeder Zeit stabil und mit hoher Qualität lief, verdanken wir vor allem dem unermüdlichen und vorbildlichen Einsatz der Belegschaft sowie der großen Loyalität unserer Kunden“, erklärt Insolvenzverwalter Michael Verken von Anchor Rechtsanwälte.

Produktion läuft stabil und voll ausgelastet

Der operative Geschäftsbetrieb der MAFO Systemtechnik AG wurde seit der Einleitung des Insolvenzverfahrens im Februar und der Verfahrenseröffnung im April ohne Einschränkungen fortgeführt. Aktuell verzeichnet das Unternehmen eine gute Auslastung durch die bestehenden Aufträge. Aufgrund der aktuellen Unternehmensplanung ist die Produktion bis zum Jahresende fast vollständig durch erhaltene Aufträge gedeckt und der laufende Auftragseingang entspricht den Erwartungen. Auch die Vorschau auf das kommende Geschäftsjahr 2027 bewegt sich auf einem stabilen Niveau, wobei die unternehmensspezifische Auftragsreichweite zwischen drei und vier Monaten liegt. „Die vorhandene Substanz und die Kompetenz in der Metallbearbeitung als One-Stop-Shop mit den Bereichen Gießerei, Bearbeitung und Montage bilden eine hervorragende Basis für den Neustart. Da die aktuellen Auftragskalkulationen auskömmliche Deckungsbeiträge aufweisen, entwickelt sich die Betriebsfortführung insgesamt sehr positiv, und die MAFO Systemtechnik AG wird von ihren Partnern fortlaufend neu beauftragt“, betont Insolvenzverwalter Michael Verken. Wichtige Kunden haben künftige Beauftragungen bereits belastbar in Aussicht gestellt, was dem Standort langfristige Planungssicherheit verleiht.

Hohes Interesse im strukturierten Bieterverfahren

Dem Einstieg des Investors ging ein strukturierter und international angelegter M&A-Prozess (Investorensuche) voraus. Das Marktinteresse an dem hochkompetenten Systemlieferanten war außerordentlich hoch: Insgesamt unterzeichneten im Verlauf des Verfahrens 22 Interessenten eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA). Nach eingehender Prüfung der Kennzahlen wurden sechs indikative Angebote unterbreitet. Vier strategische Interessenten schafften es schließlich in die engere Auswahl der Schlussrunde, aus der die Druckguss Westfalen Behringer GmbH & Co. KG als ideale Partnerin hervorging.

Integration in internationalen industriellen Unternehmensverbund

Mit der erfolgreichen Übernahme wird die MAFO Systemtechnik AG künftig Teil einer international tätigen Unternehmensgruppe im Bereich der Metallverarbeitung, die von Aron Nuti und Maximilian Rainer geführt wird. Zu diesem Verbund gehören neben der Druckguss Westfalen Behringer GmbH&Co.KG unter anderem auch die Otto Rentrop GmbH&Co.KG sowie die GMA Mechanic S.R.L. und die Siebenburgen Group S.R.L. „Die immense Fertigungstiefe und der überzeugende One-Stop-Shop-Ansatz von MAFO passen ideal zu unserer DNA und ergänzen unser bestehendes Gruppenportfolio in hervorragender Weise“, erklärt Geschäftsführer Aron Nuti zu der Entscheidung für einen Kauf der MAFO AG. Das Hauptaugenmerk der kommenden Monate liegt auf einer stabilen Integration des Neuzugangs sowie der Sicherstellung von maximaler Kontinuität für die bestehenden Kunden und die Belegschaft.

Langfristige Weiterentwicklung und gruppenweite Synergien

Der Einstieg des strategischen Partners zielt auf eine langfristige industrielle Weiterentwicklung des Standorts in Teisendorf sowie den vollständigen Erhalt des wertvollen Know-hows, aller Arbeitsplätze und gewachsenen Kundenbeziehungen ab. Durch die enge Anbindung an die Gruppe lassen sich künftig Synergien in den zentralen Bereichen Einkauf, Vertrieb und Produktion effizient nutzen. „Bestehende Kundenkontakte innerhalb unserer gesamten Unternehmensgruppe eröffnen zusätzliche Markt- und Vertriebspotenziale für MAFO, während das Unternehmen gleichzeitig mit seinen eigenen Kernkompetenzen das Leistungsangebot für all unsere Kunden stärken wird“, betont Geschäftsführer Maximilian Rainer den strategischen Wert der Transaktion und blickt zuversichtlich auf das gemeinsame Wachstum.

Traditionsreiches Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe

Die MAFO Systemtechnik AG blickt auf eine über 70-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Als mittelständischer Systemanbieter hat sich die Firma auf die hochwertige Metallbearbeitung und den Sondermaschinenbau spezialisiert. Ein prägendes Merkmal des Betriebs ist seine enorme Fertigungstiefe, die von der eigenen Gießerei (Grauguss und Sphäroguss) über die hochpräzise mechanische CNC-Fertigung bis hin zu komplexen Schweißbaugruppen und der Montage kompletter elektromechanischer Systeme reicht. Das Unternehmen beliefert namhafte, internationale Kunden in Schlüsselbranchen wie dem Maschinenbau, der Antriebstechnik, der Fahrzeugindustrie sowie dem Windkraftanlagenbau. Die Belegschaft liegt seit Verfahrenseinleitung konstant bei rund 100 Beschäftigten und bleibt im Zuge der Übernahme durch den Investor unverändert.

Über Anchor

Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und über 200 Mitarbeitenden in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.