Eigenverwaltungsverfahren: Geschäftsführung gibt konkrete Ergebnisse aus dem Verkaufsprozess bekannt – weitere Standorte noch in Klärung

  • Käufer für mehrere Standorte des Filialportfolios von HELLWEG und BayWa Bau & Garten mit ihren jeweils sämtlichen Mitarbeitenden 
  • Verhandlungen über weitere Filialen laufen noch
  • Vorsorgliche Kündigungen für Märkte ohne Übernahmelösung ausgesprochen

Dortmund/Garching, 28. August 2026. Im laufenden Eigenverwaltungsverfahren der HELLWEG Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG („HELLWEG“) und die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG („BayWa Bau & Garten“) sind weitere wichtige Entscheidungen gefallen. Nachdem sich bereits im Verlauf des Investorenprozesses abgezeichnet hatte, dass eine Gesamtlösung für das bestehende Filialnetz nicht möglich sein wird und die beiden Zentralen in Dortmund und Garching mit insgesamt 340 Mitarbeitenden geschlossen werden müssen, konnte inzwischen für eine Reihe von Filialen Investoren gefunden werden. Diese übernehmen die jeweiligen Standorte einschließlich der dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Unser vorrangiges Ziel war und ist es, möglichst viele Standorte und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Dass dies für einen Teil unseres Filialnetzes gelungen ist, ist angesichts der schwierigen Ausgangslage ein wichtiges Ergebnis des Investorenprozesses“, sagt Prof. Dr. Gerrit Hölzle, Co-Sanierungsgeschäftsführer von HELLWEG und BayWa Bau & Garten. „Gleichzeitig bedauern wir sehr, dass sich nicht für alle Standorte eine Fortführungsperspektive abzeichnet. Gerade mit Blick auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten mit großem Einsatz unterstützt haben, ist das eine sehr schwierige Nachricht.“

Bislang zeichnen sich für folgende Standorte konkrete Fortführungslösungen ab, die teilweise noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe stehen oder von einer finalen Einigung mit dem jeweiligen Vermieter abhängig sind:

BayWa Bau & Garten: Backnang, Bad Tölz, Bad Urach, Balingen, Burghausen, Dillingen, Grafenau, Herrenberg, Murnau, Nördlingen, Pfarrkirchen, Poing, Schwabmünchen, Viechtach, Weil, Weinsberg, Wolfratshausen

HELLWEG: Beckum, Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Falkensee, Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Potsdam, Schmalkalden, Steinfurt

Die jeweiligen Erwerber werden zu gegebener Zeit selbst über ihre Planungen für die übernommenen Standorte und die weiteren Schritte informieren.

Der Investorenprozess ist damit noch nicht abgeschlossen. Für weitere Standorte laufen derzeit noch Gespräche mit potenziellen Erwerbern. Ob und für welche zusätzlichen Filialen noch Lösungen erzielt werden können, steht derzeit noch nicht fest. 

Für folgende Märkte gibt es bislang keine Lösung:

BayWa Bau & Garten: Bad Hersfeld, Bad Windsheim, Bindlach, Brackenheim, Diespeck, Dinkelsbühl, Ehrenkirchen, Freilassing, Fürth, Gaildorf, Günzburg, Gunzenhausen, Illertissen, Karlstadt, Kirchheim, Mering, Neuburg, Nürnberg, Passau, Reutlingen, Rothenburg, Schorndorf, Schrobenhausen, Simbach, Templin, Traunreut, Waldkirchen, Waldkraiburg, Würzburg

HELLWEG: Ahaus, Ahrensfelde-Blumberg, Arnstadt, Aschersleben, Bad Kissingen, Bad Nenndorf, Berlin-Biesdorf, Berlin-Köpenick, Bocholt, Bochum, Bonn-Beuel, Borken, Bünde, Chemnitz III, Delitzsch, Deulowitz-Guben, Dillenburg, Dortmund-Wambel, Dülmen, Ennepetal, Essen-Kettwig, Freiberg, Greiz, Gronau, Groß-Umstadt, Hamm, Hattingen, Kreuztal, Langenhagen, Leimbach (Bad Salzungen), Leipzig, Lüdenscheid, Lutherstadt Eisleben, Mettmann, Monheim, Nordhausen, Quedlinburg, Recklinghausen, Rheda-Wiedenbrück, Rodewisch, Schwielowsee, Selm, St. Augustin, Staßfurt, Stendal, Wolfenbüttel, Wuppertal, Zeitz, Zwickau

Da nicht absehbar ist, für welche der verbliebenen Filialen noch eine Fortführungslösung gefunden werden kann, musste den dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorsorglich gekündigt werden. „Die vorsorglichen Kündigungen sind notwendig, um angesichts des laufenden Verfahrens für alle Beteiligten die erforderliche Planungssicherheit zu schaffen. Sie bedeuten zugleich nicht, dass die Bemühungen um weitere Lösungen eingestellt werden. Jede weitere Filiale, die erhalten werden kann, bedeutet zugleich eine Perspektive für die dort beschäftigten Menschen“, erklärte Co-Sanierungsgeschäftsführer Dr. Karl-Friedrich Curtze. Über weitere Ergebnisse des Investorenprozesses und die Zukunft der noch nicht abschließend geklärten Standorte werden die Verantwortlichen informieren, sollten noch entsprechende Vereinbarungen getroffen werden. Die nicht von Investoren übernommenen Filialen werden bis Ende November 2026 geschlossen. Der Geschäftsbetrieb läuft dort bis dahin im Rahmen des laufenden Abverkaufs weiter. 

Die Verfahren von HELLWEG und BayWa Bau & Garten wurden vorgestern durch das zuständige Amtsgericht in Essen in Eigenverwaltung eröffnet. Rechtsanwalt Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL wurde zum Sachwalter bestellt. Er war zuvor in den Unternehmen als vorläufiger Sachwalter im gerichtlichen Auftrag tätig. 

Für die kommenden Monate ist die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs gesichert. Die Löhne und Gehälter aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden jetzt nach Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums bis einschließlich Ende November 2026 von HELLWEG und BayWa Bau & Garten gezahlt. Dies gilt auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zentralen sowie von Standorten, für die keine Übernahmelösung gefunden werden konnte. Sie wurden heute von der Geschäftsführung und den Markleitungen über den aktuellen Stand des Investorenprozesses, die bevorstehenden Veränderungen sowie das weitere Vorgehen informiert. 

Hintergrund:

Die HELLWEG Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG („HELLWEG“) sowie die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG (BayWa Bau & Garten“) hatten Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht in Essen die Durchführung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hatte den Anträgen entsprochen und für alle Gesellschaften die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Mit dem vorliegenden Beschluss bleibt die Geschäftsführung weiterhin vollumfänglich handlungs- und weisungsbefugt. Die Unternehmen agieren in einem seit Jahren herausfordernden Marktumfeld. Die Branche verzeichnete zuletzt nur geringe Wachstumsimpulse. Das ohnehin schwierige Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren zusätzlich durch Lieferkettenengpässe, geopolitische Unsicherheiten, eine allgemeine Konsumzurückhaltung, steigende Mieten sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen verschärft. Die Geschäftsführung hatte die Situation frühzeitig gemeinsam mit externen Beratern analysiert und verschiedene Maßnahmen zur Restrukturierung und Konsolidierung angestoßen. Um den besonderen Anforderungen der Eigenverwaltung gerecht zu werden, wurden mit Prof. Dr. Gerrit Hölzle und Dr. Karl-Friedrich Curtze von der Wirtschaftskanzlei GÖRG zwei erfahrene Sanierungsexperten in die Geschäftsführungen berufen. Sie haben mit ihren Teams bereits eine Vielzahl von Sanierungsverfahren erfolgreich begleitet. Das zuständige Gericht hat zudem mit Rechtsanwalt Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN einen vorläufigen Sachwalter für alle drei Gesellschaften bestellt. Seine Aufgabe ist es, das Verfahren im Interesse der Gläubigerinnen und Gläubiger zu begleiten und den gesamten Prozess im gerichtlichen Auftrag zu überwachen. Darüber hinaus wurden vorläufige Gläubigerausschüsse mit Repräsentanten der wesentlichen Gläubigergruppen eingesetzt, die die Sanierung konstruktiv unterstützten.

Weitere Informationen:

Vom Dortmunder Firmensitz aus werden 68 HELLWEG Märkte in Deutschland betreut und gesteuert. Das HELLWEG Filialnetz zeichnet sich durch eine hohe Verdichtung und regionale Marktführerschaft aus, mit Schwerpunkten im Rhein-Ruhr-Gebiet und im Berliner Raum mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von etwa 8.000 Quadratmetern. Das Sortiment besteht aus rund 60.000 Artikeln. Über 90 Prozent der Märkte verfügen über attraktive Gartencenter. HELLWEG beschäftigt rund 2.900 Mitarbeitende, davon zehn Prozent Auszubildende. Der erste HELLWEG Baumarkt wurde 1971 am Brackeler Hellweg in Dortmund eröffnet. Namensgeber für das Unternehmen ist Europas bedeutendster Handelsweg im Mittelalter: Der „Hellweg“ führt von Aachen durch das heutige Ruhrgebiet bis nach Berlin. Internet: www.hellweg.de

Zur BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG gehören 46 Bau- und Gartenmärkte im süddeutschen Raum sowie ein Online-Shop. BayWa Bau & Garten steht für Nähe und Regionalität. Die qualitäts- und serviceorientierten Fachmärkte bieten ein umfassendes Sortiment mit rund 60.000 Artikeln für alle Bedürfnisse rund ums Bauen, Renovieren und Gestalten in Wohnung, Haus und Garten sowie für Freizeit und Tierfreunde. Übersichtliche Produktpräsentationen, fachkundige Beratung und umfangreiche Serviceleistungen stehen dabei im Vordergrund. Rund 1.300 Mitarbeiter sind für die Kunden da. Etwa 100 junge Menschen werden im Unternehmen ausgebildet. Diese Gesellschaft ist keine Konzerngesellschaft der BayWa AG. Internet: www.baywa-baumarkt.de