Meissner AG schließt Insolvenzverfahren erfolgreich ab – Mitarbeiter bleiben Mehrheitseigner

Wallau, 28. August 2026 – Die Meissner AG aus Wallau hat das im September 2025 eingeleitete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung erfolgreich abgeschlossen. Nachdem die Gläubigerversammlung im Abstimmungs- und Erörterungstermin dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt hatte, wurde das Verfahren am 21. August 2026 aufgehoben. Mit der Umsetzung des Insolvenzplans bleibt die bisherige Gesellschafterstruktur erhalten. Damit bleiben insbesondere die aktuellen und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin die Mehrheitseigner des Unternehmens.

Die Meissner AG hatte am 26. September 2025 die Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Zum 1. Januar 2026 wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Ziel des Verfahrens war es, das Unternehmen umfassend zu restrukturieren, wirtschaftlich nachhaltig aufzustellen und gleichzeitig die Grundlage für eine erfolgreiche Fortführung zu schaffen.

Mitarbeiter bleiben Mehrheitseigner

Eine besondere Rolle nimmt dabei die Eigentümerstruktur der Meissner AG ein. Bereits 1997 wurde das Unternehmen in eine Mitarbeiteraktiengesellschaft umgewandelt und wird seitdem als Aktiengesellschaft geführt. Die Belegschaft sowie ehemalige Mitarbeiter halten auch nach der Umsetzung des Insolvenzplans weiterhin die Mehrheit der Anteile.

„Dass wir den Insolvenzprozess erfolgreich abschließen und dabei die besondere Eigentümerstruktur der Meissner AG erhalten konnten, ist ein wichtiges Signal für die Zukunft unseres Unternehmens“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Roland Reim. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Meissner über viele Jahre geprägt. Dass sie auch künftig mehrheitlich am Unternehmen beteiligt bleiben, unterstreicht die besondere Verbundenheit mit dem Unternehmen und schafft eine gute Grundlage für den weiteren gemeinsamen Weg.“

Umfassende Restrukturierung schafft Basis für die Zukunft

Im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens wurde Meissner umfassend restrukturiert. Dabei waren auch schmerzhafte Maßnahmen notwendig. Insgesamt haben rund 60 Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Gleichzeitig wurden Strukturen, Prozesse und die wirtschaftliche Ausrichtung des Unternehmens an die veränderten Marktbedingungen angepasst.

Mit Abschluss des Insolvenzverfahrens sieht sich die Meissner AG nun wieder nachhaltig aufgestellt. Das Unternehmen will seine technologische Kompetenz und langjährige Erfahrung künftig noch stärker für die Weiterentwicklung bestehender und neuer Geschäftsfelder nutzen.

Das Kerngeschäft bleibt die Produktion von Gießerei-, Blasform- und Auskleidungswerkzeugen. Darüber hinaus konzentriert sich Meissner verstärkt auf neue Zukunftsfelder, insbesondere Vertical Farming, Medizintechnik und Automatisierung. Hier sollen vorhandene Kompetenzen in Konstruktion, Werkzeugbau, Automatisierung und Produktion genutzt und weiterentwickelt werden.

Eigenverwaltung mit erfahrenem Beratungsteam

Unter der Regie von Dr. Michael Lojowsky und seinem Team von Brinkmann & Partner aus Marburg wurden der Insolvenzplan konzipiert und das Eigenverwaltungsverfahren erfolgreich umgesetzt. Unterstützt wurde das Verfahren durch den Sachwalter Holger Käs aus Gießen sowie das Arbeitsrechtsteam von Buchalik Brömmekamp unter der Leitung von Rechtsanwalt Michael Kothes.

Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglichte es, den Sanierungsprozess strukturiert umzusetzen und einen Insolvenzplan zu entwickeln, der von den Gläubigern einstimmig angenommen wurde.

Blick nach vorn

Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens ist für die Meissner AG ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nach der erfolgreichen Restrukturierung richtet das Unternehmen seinen Blick nun konsequent nach vorn.

„Der Abschluss des Insolvenzverfahrens markiert nicht das Ende, sondern einen Neustart für Meissner“, so Reim. „Wir haben die vergangenen Monate genutzt, um unser Unternehmen grundlegend neu aufzustellen. Jetzt gilt es, die Chancen zu nutzen, die sich aus unserer technologischen Kompetenz, unserer besonderen Mitarbeiterbeteiligung und unseren neuen Geschäftsfeldern ergeben.“

Die Meissner AG geht damit gestärkt aus dem Sanierungsprozess hervor und setzt auf eine nachhaltige Weiterentwicklung des Unternehmens, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin als Mehrheitsaktionären an ihrer Seite.