Solarunternehmen BSH GmbH & Co. KG stellt Insolvenzantrag

  • Amtsgericht Schweinfurt bestellt Dr. Alexander Zarzitzky zum vorläufigen Insolvenzverwalter
  • Löhne und Gehälter der rund 80 Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld gesichert
  • Gezielte Investorensuche für eine nachhaltige Sanierungslösung soll kurzfristig beginnen

Bad Königshofen i. Grabfeld, 15. September 2026. Die BSH GmbH & Co. KG hat aufgrund von Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Schweinfurt einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das zuständige Insolvenzgericht ordnete daraufhin die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Dr. Alexander Zarzitzky von der Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft mbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Spezialist für erneuerbare Energien

Das im Jahr 2009 gegründete Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren als überregional tätiger Handwerksbetrieb im Bereich der Solartechnologie etabliert. Zu den Kernkompetenzen der BSH GmbH & Co. KG zählen die Planung, der Vertrieb, die Installation sowie die Wartung von Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern. Ergänzt wird das Portfolio durch Wärmepumpen, Wallboxen, Energiemanagementsysteme sowie die Vermittlung von Stromtarifen. Im Endkundengeschäft fokussierte sich der Vertrieb dabei maßgeblich auf Produkte der SENEC GmbH. In seiner starken Wachstumsphase baute das Unternehmen seine Belegschaft auf durchschnittlich 153 Beschäftigte im Jahr 2025 aus, bevor veränderte Marktbedingungen eine erste Restrukturierung erforderten.

Geschäftsbetrieb und Löhne gesichert

Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky verschafft sich aktuell mit seinem Team vor Ort ein umfassendes Bild der wirtschaftlichen Lage und führt erste Gespräche mit Geschäftspartnern. In einer Mitarbeiterversammlung wurden die Beschäftigten bereits über die Situation und das weitere Vorgehen informiert. Der Geschäftsbetrieb der BSH GmbH & Co. KG ist nicht eingestellt und wird derzeit fortgeführt. Die Gehälter für den Monat August wurden regulär an die Belegschaft ausgezahlt. Für die kommenden Monate wird die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes vorbereitet, um die Zahlung der Löhne für die rund 80 verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicherzustellen. „Wir verschaffen uns gemeinsam mit dem Team derzeit einen detaillierten Überblick über die Ausgangslage. Die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs und die Sicherstellung der Gehaltsfortzahlung haben für uns jetzt oberste Priorität“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky. Dazu zählt vor allem, schnell einen Überblick über die Auftragslage zu bekommen, damit möglichst viele geplante Projekte fortgeführt und bei den Kunden erfolgreich abgeschlossen werden können. Das Unternehmen plant daher in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter kurzfristig auf die Kunden zuzugehen, um die weitere Durchführung der Projekte zu ermöglichen.

Herausforderndes Marktumfeld

Die Ursachen für den Insolvenzantrag sind vielschichtig. Bereits 2024 litt das Unternehmen unter einem spürbaren Nachfragerückgang im Privatkundensegment. Ein im Jahr 2025 erstelltes und validiertes Restrukturierungskonzept, das unter anderem einen Personalabbau und Fixkostensenkungen vorsah, verfehlte letztlich die erhoffte Wirkung. Zusätzlich belasteten Forderungsausfälle von insolventen Tochter-Gesellschaften die Bilanz.

Investorensuche für eine nachhaltige Sanierung

Trotz der anspruchsvollen Ausgangslage wird eine langfristige Sanierungsstrategie verfolgt. Ziel ist es, das Verfahren zu nutzen, um das Unternehmen durch den Einstieg eines Investors neu aufzustellen. „Die allgemeine Situation in der Solarbranche ist derzeit bekanntermaßen schwierig, dennoch suchen wir mit Nachdruck nach einer zukunftsfähigen Sanierungslösung. Wir sondieren den Markt nach Investoren, die das Potenzial der BSH GmbH & Co. KG erkennen und den Betrieb gemeinsam mit der motivierten Belegschaft in die Zukunft führen wollen. Das Verfahren bietet in jedem Fall eine Chance für BSH sich nunmehr am Markt unabhängig zu behaupten“, betont Dr. Zarzitzky abschließend.

Team Anchor:
Dr. Alexander Zarzitzky, vorläufiger Insolvenzverwalter
Christian Keck, Diplom Kaufmann
Hannes Rieger, Rechtsanwalt

Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und über 200 Mitarbeitern in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.