Julius Schüle Druckguss GmbH stellt Antrag auf Anordnung eines Schutzschirmverfahrens 

•           Automobilzulieferer strebt Sanierung im Schutzschirmverfahren an
•           Geschäftsbetrieb wird fortgeführt
•           Löhne und Gehälter über das Insolvenzgeld bis einschließlich November 2026 gesichert
•           Martin Mucha von der Kanzlei GRUB BRUGGER zum Generalbevollmächtigten bestellt

Die Julius Schüle Druckguss GmbH mit Sitz in Schwäbisch Gmünd hat am 18. September 2026 beim Amtsgericht Aalen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht hat noch am selben Tag antragsgemäß ein Schutzschirmverfahren gemäß § 270d InsO angeordnet. Der Insolvenzantrag betrifft ausschließlich die deutsche Julius Schüle Druckguss GmbH. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Polen und der Slowakei haben keinen Insolvenzantrag gestellt und sind von dem Verfahren nicht betroffen. Der Geschäftsbetrieb der deutschen Gesellschaft soll uneingeschränkt fortgeführt werden. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden am deutschen Standort sind bis einschließlich November 2026 durch das Insolvenzgeld gesichert.

Die 1951 gegründete Julius Schüle Druckguss GmbH ist ein familiengeführtes Unternehmen und auf Aluminiumdruckguss spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Druckgussteile insbesondere für die Automobilzulieferindustrie. Zur Unternehmensgruppe gehören die Tochtergesellschaften Schüle Slovakia s.r.o. im slowakischen Poprad und Schüle Polska Sp. z o.o. im polnischen Świebodzice. Beide Gesellschaften fungieren als verlängerte Werkbank für die Kundenbelieferung der deutschen Gesellschaft. An den drei Standorten beschäftigt die Gruppe rund 680 Mitarbeitende, davon 152 am Stammsitz in Schwäbisch Gmünd. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 110,9 Millionen Euro.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gesellschaft resultieren insbesondere aus dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus Niedriglohnländern, bestehenden Überkapazitäten am Markt sowie rückläufigen Mengen und Margen, vor allem im Bereich Automotive. Zusätzlich haben die verschlechterten geopolitischen Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Lage belastet. Ziel des Schutzschirmverfahrens ist es, die Gesellschaft nachhaltig zu restrukturieren und zu sanieren.

Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert. Das Insolvenzrecht erlaubt dies in Fällen, in denen Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Beides ist bei der Julius Schüle Druckguss GmbH der Fall.

„Ich bedauere, dass wir den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen mussten. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass wir im Rahmen dieses Verfahrens die bereits begonnene Restrukturierung konsequent fortführen und zu einem erfolgreichen Abschluss bringen können. So wollen wir unser Unternehmen für die kommenden Jahre wettbewerbsfähig aufstellen“, erklärt Michael Eidecker, Geschäftsführer der Julius Schüle GmbH.

„Wir werden den Betrieb der Julius Schüle Druckguss GmbH zunächst auf die Eigenverwaltung ausrichten. Das Unternehmen ist personell und technisch sehr gut aufgestellt, agiert jedoch derzeit in sehr schwierigen Märkten. Um das Verfahren erfolgreich zu gestalten, benötigen wir die Unterstützung aller Beteiligten. Im Rahmen des eingeleiteten Verfahrens werden wir zeitnah die Suche nach einem geeigneten Investor aufnehmen“, erläutert Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei GRUB BRUGGER, Stuttgart, der für die Dauer des Verfahrens als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eingetreten ist und die Geschäftsführung unter anderem gemeinsam mit seinem Partnerkollegen Dr. Hans Konrad Schenk und Markus Berger bei der Restrukturierung unterstützt. Die betriebswirtschaftliche Beratung erfolgt durch bachert&partner. Als vorläufiger Sachwalter wurde Arndt Geiwitz, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte PartGmbB in Ulm, bestellt; er überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger.


Über GRUB BRUGGER
Seit über sechs Jahrzehnten agiert GRUB BRUGGER national und international, derzeit mit Standorten in Stuttgart, Frankfurt am Main, München und Freiburg. Seit der Gründung 1965 hat sich die Kanzlei konsequent auf das Insolvenz-, Sanierungs- und Wirtschaftsrecht ausgerichtet. Die Beratung von Unternehmen in der Krise und deren Gläubigern, die Insolvenzverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren und Kreditinstituten haben das Profil von GRUB BRUGGER maßgeblich geprägt. GRUB BRUGGER ist eine vielfach seit Jahren in der Fach- und Wirtschaftspresse ausgezeichnete Kanzlei und gehört deutschlandweit zu den führenden Adressen in der Insolvenz- und Sanierungsberatung sowie in der Insolvenz- und Eigenverwaltung. Mehr unter www.grub-brugger.de

Martin Mucha ist Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Partner der Kanzlei GRUB BRUGGER und laut JUVE-Handbuch Wirtschaftskanzleien 2025/2026 wiederholt einer der führenden Namen in der Insolvenzverwaltung in Deutschland. Ebenfalls wurde Martin Mucha zuletzt im Ranking der WirtschaftsWoche unter den renommiertesten Anwälten für Restrukturierung aufgeführt. Die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung hat Martin Mucha im Jahr 2023 den Award „Eigenverwalter/in des Jahres“ verliehen. Das Handelsblatt hat Martin Mucha im gleichen Jahr zum Anwalt des Jahres im Bereich Restrukturierung und Insolvenzrecht ausgezeichnet. Martin Mucha ist u. a. Mitglied im Gravenbrucher Kreis und im Fachausschuss für Insolvenzrecht der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK).

Dr. Hans Konrad Schenk ist Partner bei GRUB BRUGGER am Standort Frankfurt am Main und wurde zuletzt von der WirtschaftsWoche und dem Handelsblatt als einer der führenden Anwälte in Deutschland für Restrukturierung bzw. Insolvenzrecht ausgezeichnet.


Über bachert&partner
B&P berät Unternehmen in Krisensituationen und ist einer der Marktführer im süddeutschen Raum. Mit über 60 Mitarbeitern an fünf Standorten in Deutschland und Österreich vereint B&P betriebswirtschaftlichen und produktionstechnischen Sachverstand und Erfahrung unter einem Dach. B&P unterstützt mittelständisch geprägte Unternehmen in den Bereichen M&A/Transaktionsmanagement, Restrukturierung/Transformation und in insolvenznahen Themenstellungen. https://bachert-partner.de

Helge Hoffmann ist bereits seit fast 20 Jahren als Partner bei Bachert & Partner für die Erarbeitung und Umsetzung anspruchsvoller Restrukturierungskonzepte verantwortlich. Durch seine Tätigkeiten verfügt er über umfangreiche Expertise in der Analyse insolvenznaher Sanierungskonzepte sowie in der Bewertung und Umsetzung von Insolvenzplänen.


Über SGP Schneider Geiwitz
SGP Schneider Geiwitz ist eine interdisziplinär tätige Kanzlei mit über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an über 20 Standorten in Deutschland. Die Gesellschaft ist auf Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, M&A und Restrukturierung spezialisiert. In Insolvenzverfahren steht der Erhalt von Unternehmen und Arbeitsplätzen stets im Mittelpunkt der Tätigkeit.