Apex Engineering GmbH gerettet

  • Insolvenzverwalter Marc-André Kuhne erzielt erfolgreiche Investorenlösung
  • Strategischer Investor ACONEXT GmbH sichert Fortbestand des Engineering-Spezialisten und übernimmt Kernbelegschaft.
  • Zentrale Expertise im Bereich der Bordnetzentwicklung für die Automobilindustrie bleibt am Standort München erhalten.

München, 07. Mai 2026. Nur wenige Monate nach dem Insolvenzantrag der Apex Engineering GmbH im Februar 2026 konnte der Geschäftsbetrieb des spezialisierten Entwicklungsdienstleisters durch eine übertragende Sanierung gerettet werden. Das Amtsgericht München hatte das Insolvenzverfahren am 30. April 2026 eröffnet und Rechtsanwalt Marc-André Kuhne zum Insolvenzverwalter bestellt.

Mit Wirkung zum 1. Mai 2026 hat die ACONEXT GmbH den Betrieb übernommen. „Ich bin sehr erleichtert und erfreut, dass wir nach intensiven Verhandlungen eine nachhaltige Lösung erreichen konnten, die den Fortbestand des technischen Know-hows sichert“, erklärt Insolvenzverwalter Marc-André Kuhne den Erfolg des Verfahrens. „Durch den schnellen Verkauf an den strategischen Investor aus München kann die Arbeit ohne Unterbrechung fortgesetzt werden“, fährt er fort.

Spezialist für komplexe Fahrzeug-Bordnetze

Die Apex Engineering GmbH blickt auf eine über 15-jährige Geschichte zurück, seit sie im April 2010 zunächst in Karlsfeld gegründet und später nach München verlegt wurde. Das Unternehmen hat sich als hochspezialisierter Ingenieur- und Entwicklungsdienstleister einen Namen gemacht, insbesondere in der Forschung und Vorentwicklung von Bordnetzen, Bussystemen und der Kabelverlegung.

Ein wesentlicher Pfeiler des Erfolgs war die tiefe Integration in die Entwicklungsprozesse der BMW AG. Um den hohen Anforderungen der Automobilhersteller gerecht zu werden, ist das Unternehmen nach dem TISAX-Standard zertifiziert, was den sicheren Austausch sensibler Entwicklungsdaten garantiert. Während in der Vergangenheit bis zu 28 Mitarbeiter für Apex tätig waren, fokussierte sich der Betrieb zuletzt mit einer Kernmannschaft auf anspruchsvolle Projekte in der Vorentwicklung.

Ursachen der wirtschaftlichen Probleme

Der Weg in die Insolvenz war maßgeblich durch die strukturellen Verwerfungen in der deutschen Automobilindustrie geprägt. Seit Ende 2025 sah sich das Unternehmen mit drastischen Budgetkürzungen bei den Herstellern und einer verstärkten Auftragsvergabe in Niedriglohnländer wie Indien und China konfrontiert. „Die Kombination aus massiven Auftragsrückgängen und gleichzeitig hohen fixen Betriebskosten von monatlich rund 100.000 Euro führte zu einer Liquiditätslücke, die aus eigenen Mitteln nicht mehr zu schließen war“, erläutert Kuhne die Hintergründe der Schieflage. Da auch wichtige Partnerunternehmen von Kurzarbeit betroffen waren, blieben notwendige Anschlussaufträge aus, was den Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit im Februar 2026 unumgänglich machte.

Nachhaltige Perspektive unter neuem Dach

Mit dem Einstieg von ACONEXT beginnt für Apex Engineering ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte. Der Investor übernimmt sechs hochqualifizierte Mitarbeiter und integriert deren Expertise in seine bestehenden Strukturen. Im Rahmen der vorläufigen Insolvenzverwaltung war es Marc-André Kuhne zuvor gelungen, den Geschäftsbetrieb stabil fortzuführen und das Vertrauen der Kunden zu sichern, was die Basis für den nun erfolgten Verkauf legte. „Mit ACONEXT haben wir einen Partner gefunden, der die strategische Bedeutung der Apex-Dienstleistungen in der Vorentwicklung erkannt hat und die notwendige Stabilität mitbringt, um in diesem herausfordernden Marktumfeld wieder wachsen zu können“, betont der Insolvenzverwalter abschließend. Während die nicht übernommenen Teile der Betriebsausstattung für die Gläubigeransprüche verwertet werden, bildet der Übergang des Geschäftsbetriebs zum Mai-Beginn den entscheidenden Meilenstein für die Rettung des Unternehmens.

Über ACONEXT

ACONEXT wurde 2014 gegründet und ist ein mittelständischer Technologieberater mit renommierten Kunden – bestehend aus Premium-Automobilherstellern, Systemzulieferern und Unternehmen der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von über 30 Prozent ist das Unternehmen innerhalb eines Jahrzehnts auf rund 850 Mitarbeiter gewachsen. Die Experten unterstützen die Kunden mit hochqualifizierten Beratungs-, IT- und Engineering-Dienstleistungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Kundennah und überregional ist ACONEXT an den Automotive- und Verteidigungs-Hotspots im Süden Deutschlands aktiv an den Standorten im Raum Stuttgart – Fellbach, Böblingen, Weissach, sowie in München, Ingolstadt und Nürnberg. ACONEXT verfolgt seit ihrer Gründung 2014 eine klaren Wachstumskurs und möchte bereits 2027 die 100-Millionen-Marke im Umsatz überschreiten.

Über dkr kuhne dr. raith rechtsanwälte PartGmbB

Die Kanzlei dkr kuhne dr. raith rechtsanwälte PartGmbB (www.dkr-partner.de) verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Insolvenzverwaltung, Sanierung und Restrukturierung. Sie ist mit zwei Verwaltern und einem Team von zehn Mitarbeitenden an zahlreichen Gerichten in Bayern tätig und bearbeitet Insolvenzverfahren aller Größenordnungen. Besondere Expertise hat die Kanzlei in den Bereichen der übertragenden Sanierung, in Insolvenzplanverfahren sowie in Eigenverwaltungen; ihre Partner stehen auch als Organ (CRO) in Eigenverwaltungsverfahren zur Verfügung. Rechtsanwalt und Partner Marc-André Kuhne ist spezialisiert auf Betriebsfortführungen und Sanierungen, sowie auf die Begleitung von Eigenverwaltungsverfahren als Sachwalter. Er wird seit 15 Jahren regelmäßig als Insolvenzverwalter bestellt.