06.02.2026: Mit Datum vom 1. Februar 2026 ist das Insolvenzverfahren über das Vermögen der KAMEI Automotive GmbH eröffnet worden, der Geschäftsbetrieb des etablierten Herstellers von Kunststoffkomponenten für Behörden- und Spezialfahrzeuge muss mangels Fortführungsmöglichkeiten jedoch zum 31. März 2026 eingestellt werden. Dies teilte Insolvenzverwalter Nikolas Otto von der Restrukturierungskanzlei BBL heute mit.
„Wir haben den Geschäftsbetrieb im Rahmen des vorläufigen Verfahrens in vollem Umfang fortgeführt und die Mitarbeiter haben weiter tatkräftig mitgewirkt,“ erläutert Otto. „Parallel haben wir potenzielle Kaufinteressenten gesucht und angesprochen, um die langfristige Fortführung zu ermöglichen. Leider hat sich aber letztlich kein Käufer für das Unternehmen gefunden.“
Im Rahmen des eröffneten Insolvenzverfahrens werden zunächst die bereits bestehenden sowie neu bestätigten Aufträge – insbesondere ein umfangreicher Ausproduktionsauftrag der Volkswagen AG für Ladenkantenschutz sowie Schutzschalen für Gurtschlösser – planmäßig abgearbeitet. Darüber hinaus liegen weitere größere Serienaufträge vor, die bereits im Zeitraum der vorläufigen Insolvenzverwaltung akquiriert und bestätigt wurden und somit ebenfalls noch umgesetzt werden.
Parallel wird die geordnete Ausproduktion vorbereitet und anschließend die strukturierte Vermögensverwertung eingeleitet. Die aktuell noch zwölf Mitarbeitenden bleiben zunächst bis Ende März im Unternehmen, um die ordnungsgemäße Abwicklung der laufenden Aufträge sowie die Übergangsphase organisatorisch und operativ abzusichern.
Mehrheitseigner des Unternehmens ist mit einem Gesellschafteranteil von 80 Prozent die insolvente KAMEI GmbH & Co. KG, deren Geschäftsbetrieb mitsamt Markennamen im April 2024 im Rahmen einer übertragenden Sanierung von branchenkundigen Investoren übernommen worden war. Seitdem führt die neu gegründete Auffanggesellschaft KAMEI GmbH das Geschäft der Produktion von Dachboxen fort, sie ist von der aktuellen Entwicklung NICHT betroffen.
Die KAMEI Automotive GmbH agiert seit April 2024 als eigenständiges Unternehmen und erzielte 2024 mit 12 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,6 Mio. Euro. Die stark von öffentlichen Aufträgen abhängigen Umsatzerlöse waren zuletzt jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Folge waren Liquiditätsprobleme, so dass das Unternehmen im November 2025 einen Insolvenzantrag stellte. Am 20. November bestellte das zuständige Amtsgericht in Wolfsburg Nikolas Otto von der Restrukturierungskanzlei BBL zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Über BBL Brockdorff
BBL gehört seit vielen Jahren zu den bundesweit führenden Kanzleien mit klarem Fokus auf Sondersituationen – Restrukturierung, Sanierung und Insolvenz. Mit mehr als 200 Mitarbeitenden, darunter 50 Anwältinnen und Anwälten ist die Kanzlei deutschlandweit präsent, zudem gibt es ein Büro in London.