Insolvenzverfahren der Engelbert Wiener Bike Parts GmbH in Eigenverwaltung eröffnet: Vertrieb läuft weiter – Investorensuche dauert an

Sennfeld, 2. November 2026 – Die Engelbert Wiener Bike Parts GmbH setzt den Vertrieb ihrer Fahrradteile und ihres Zubehörs auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens fort. Kunden werden weiterhin aus dem umfangreichen Lagerbestand beliefert. Der Investorenprozess dauert an. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 168 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Engelbert Wiener Bike Parts GmbH hatte ebenso wie die weiteren deutschen Accell Gesellschaften Winora Staiger GmbH und Ghost-Bikes GmbH am 5. August 2026 beim Amtsgericht Schweinfurt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Engelbert Wiener Bike Parts GmbH wurde antragsgemäß am 1. November 2026 eröffnet. Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Stefan Debus, Partner der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen, bestellt.

Seit der Anordnung des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens hat das Team von Grub Brugger unter der Führung des Sanierungsexperten Martin Mucha gemeinsam mit der Geschäftsführung um Joost van Schaik die Sanierungsbemühungen für die deutschen Accell Gesellschaften vorangetrieben. Für die Engelbert Wiener Bike Parts GmbH ist es im vorläufigen Verfahren gelungen, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Belieferung der Kunden wieder aufzunehmen. In einem aus den Niederlanden professionell gesteuerten internationalen Investorenprozess werden zahlreiche Interessenten angesprochen und verschiedene Fortführungsoptionen geprüft. Martin Mucha ist für die Dauer des Eigenverwaltungsverfahrens als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eingetreten und steuert gemeinsam mit seinem Team und vor allem seinem Partnerkollegen Dr. Hans Konrad Schenk und Markus Berger den Prozess mit der Geschäftsführung.

Die Eigenverwaltung arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer Fortführungslösung. Ziel ist es, zeitnah den Geschäftsbetrieb auf einen Investor zu übertragen. Bis dahin setzt das Unternehmen den Betrieb im laufenden Eigenverwaltungsverfahren fort. Die maßgeblichen Gläubiger der Engelbert Wiener Bike Parts GmbH, unterstützen dieses Vorgehen. Alle Schritte erfolgen in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss und dem Sachwalter. Über das Ergebnis des Investorenprozesses wird die Eigenverwaltung zu gegebener Zeit informieren.

„Ziel ist eine Investorenlösung, die für die Gläubiger zum bestmöglichen Ergebnis führt. Mit der Eröffnung des Verfahrens kann der Investorenprozess jetzt mit Nachdruck vorangetrieben werden“, sagt der Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Stefan Debus, von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen. Er überwacht im Eigenverwaltungsverfahren die Geschäftsführung.

Die Engelbert Wiener Bike Parts GmbH ist Teil der internationalen Accell Group, die die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft KKR & Co. 2022 mehrheitlich erworben hatte. Unmittelbar nach der Übernahme kam es wegen des Abflauens des Covid-bedingten Fahrradbooms zu einer noch immer andauernden Absatz- und Preiskrise im Fahrradmarkt. Trotz umfangreicher finanzieller Restrukturierungsmaßnahmen in den Jahren 2024 und 2025 gelang keine nachhaltige Sanierung. Ein daraufhin eingeleiteter strukturierter Verkaufsprozess für die gesamte Accell Group scheiterte. In der Folge stellte die Accell Group in zahlreichen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union Insolvenzanträge, darunter in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, Ungarn und in den Niederlanden.

Ein Team der Kanzlei Grub Brugger Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB begleitet die deutschen Gesellschaften der Accell Group im Zuge der Eigenverwaltungsverfahren. In der Eigenverwaltung bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Das Gericht setzt keinen Insolvenzverwalter ein, sondern einen Sachwalter, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger überwacht.

Über Engelbert Wiener Bike Parts
Die Engelbert Wiener Bike Parts GmbH mit Sitz in Sennfeld ist Teil der internationalen Accell Group, einem weltweit agierenden Fahrradkonzern. Das Unternehmen vertreibt Fahrradteile und -zubehör, insbesondere unter der Marke XLC. Derzeit beschäftigt die Engelbert Wiener Bike Parts GmbH 168 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Über Grub Brugger
Seit über sechs Jahrzehnten agiert Grub Brugger national und international, derzeit mit Standorten in Stuttgart, Frankfurt am Main, München und Freiburg. Seit der Gründung 1965 hat sich die Kanzlei konsequent auf das Insolvenz-, Sanierungs- und Wirtschaftsrecht ausgerichtet. Die Beratung von Unternehmen in der Krise und deren Gläubigern, die Insolvenzverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren und Kreditinstituten haben das Profil von Grub Brugger maßgeblich geprägt. Grub Brugger ist eine vielfach seit Jahren in der Fach- und Wirtschaftspresse ausgezeichnete Kanzlei und gehört deutschlandweit zu den führenden Adressen in der Insolvenz- und Sanierungsberatung sowie in der Insolvenz- und Eigenverwaltung. Mehr unter www.grub-brugger.de.

Martin Mucha ist Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Partner der Kanzlei Grub Brugger und laut JUVE-Handbuch Wirtschaftskanzleien 2025/2026 wiederholt einer der führenden Namen in der Insolvenzverwaltung in Deutschland. Ebenfalls wurde Martin Mucha zuletzt im Ranking der WirtschaftsWoche unter den renommiertesten Anwälten für Restrukturierung aufgeführt. Die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung hat Martin Mucha im Jahr 2023 den Award “Eigenverwalter/in des Jahres” verliehen. Das Handelsblatt hat Martin Mucha im gleichen Jahr zum Anwalt des Jahres im Bereich Restrukturierung und Insolvenzrecht ausgezeichnet. Martin Mucha ist u. a. Mitglied im Gravenbrucher Kreis und im Fachausschuss für Insolvenzrecht der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK).

Dr. Hans Konrad Schenk ist Partner bei Grub Brugger am Standort Frankfurt am Main und wurde zuletzt von der WirtschaftsWoche und dem Handelsblatt als einer der führenden Anwälte in Deutschland für Restrukturierung bzw. Insolvenzrecht ausgezeichnet.

Die eigenverwaltende Schuldnerin wird während des gesamten Verfahrens rechtlich durch die Kanzlei Grub Brugger Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB beraten. Zum Team gehören Martin Mucha (Federführung, Stuttgart), Markus Berger, Julia Bäuml-Zettelmann und Maximilian Walter. Die arbeitsrechtliche Beratung erfolgt durch Manon Hotz und Ann-Kristin Joerres. Im Investorenprozess berät das Team um Dr. Hans Konrad Schenk mit Dr. Felix Rebel, Dr. Nicolai Fischer und Dr. Mario Weiss aus dem Bereich Corporate/M&A.

Über Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen
Die Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen ist eine seit vielen Jahren auf Sanierung und Insolvenzverwaltung spezialisierte Sozietät von Rechtsanwälten in München, Nürnberg und anderen bayerischen Städten. Insgesamt sieben Verwalter bearbeiten Insolvenzverfahren an zahlreichen Amtsgerichten in Bayern und Thüringen. Zu den besonderen Stärken der Kanzlei zählen neben der übertragenden Sanierung auch das Insolvenzplanverfahren, die Eigenverwaltung sowie Konzern- und Gruppeninsolvenzen. www.mhbk.de

Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Dr. Stefan Debus ist spezialisiert auf Betriebsfortführungen und Sanierungen und wird seit vielen Jahren von zahlreichen Gerichten bei Unternehmens-Insolvenzverfahren bestellt. Er verfügt u. a. in den Branchen Automotive, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Soziales und Gesundheitswesen, Maschinenbau, Gastronomie und im Bauwesen über große Expertise. Dr. Debus ist Mitglied im Verband Insolvenzverwalter Deutschlands e. V. (www.vid.de) und stellvertretender Vorsitzender des Hamburger Kreises für Sanierungs- und Insolvenzsteuerrecht e.V. In den Rankings der Publikationen The Legal 500 Deutschland, Juve Handbuch Wirtschaftskanzleien, WirtschaftsWoche und Handelsblatt wird Dr. Debus als hervorragender Anwalt empfohlen.