- Drei Gesellschaften der Gruppe stellen Insolvenzantrag
- Rechtsanwalt Michael Verken zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt
- Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter
Rosenheim, 21. August 2025. Die Unternehmen der Rosenheimer KATHREIN-Gruppe werden
saniert. Um diesen Restrukturierungsprozess und damit die Zukunftsperspektive zu sichern, haben
in den vergangenen Tagen die Gesellschaften KATHREIN SE (5. August), KATHREIN Electronics
GmbH (11. August) und KATHREIN Digital Systems GmbH (18. August) jeweils einen Antrag auf
Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht Rosenheim bestellte
jeweils Rechtsanwalt Michael Verken von Anchor zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Gemeinsam
mit der jeweiligen Geschäftsleitung werden die Unternehmen stabilisiert. Der Investorenprozess
startet in Kürze. Erste Interessensbekundungen liegen dem vo rläufigen Insolvenzverwalter teilweise
bereits vor.
Im März 2025 hatte die KATHREIN Broadcast GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
beantragt. Das Verfahren wurde am 1. Juni eröffnet. Ein Investor für die KATHREIN Broadcast ist
bereits gefunden. Mit dem Einstieg von Lenbach Capital mit Sitz in München ist die Grundlage
geschaffen, das im März eröffnete Insolvenzverfahren abzuschließen und den Geschäftsbetrieb
langfristig zu sichern. Die neuen Gesellschafter unter Führung von Lenbach Capital -Gründer Dr.
Hans Liebler übernehmen sämtliche Anteile an der KATHREIN Broadcast GmbH.
100jährige Unternehmensgeschichte
Die KATHREIN-Gruppe bestand im Wesentlichen aus der KATHREIN Broadcast GmbH und der
KATHREIN Electronics GmbH, die die Gesellschaften KATHREIN Digital Systems, KATHREIN
Solutions und KATHREIN Sachsen bündelt. Die KATHREIN Broadcast GmbH ist durch die neuen
Gesellschafter zukünftig nicht mehr Teil der KATHREIN-Gruppe.
Die Gruppe bietet ein breites technisches Spektrum von Hochfrequenz – und Rundfunktechnik über
Netzwerktechnik und digitale Empfangssysteme bis hin zu AutoID -Anwendungen, eMobility-
Lösungen und Produkten für die Gebäudeinstallation an. Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und
Service werden weitgehend in Deutschland durchgeführt. Innerhalb des Verbunds werden
Kompetenzen und Ressourcen genutzt, um Prozesse effizient zu gestalten und Synergien zwischen
den einzelnen Gesellschaften zu realisieren. Die KATHREIN-Gruppe verfügt zudem über
internationale Tochtergesellschaften. Die renommierte Marke KATHREIN blickt auf eine über 100 –
jährige Geschichte zurück.
Die Gruppe hatte aufgrund der weltweiten Multikrisen mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Im
vergangenen Jahr führten vor allem die internationalen Unsicherheiten aufgrund des russischen
Angriffskrieges auf die Ukraine zu einem starken Umsatzeinbruch. Der wesentliche Grund für die
Krise der Gruppe liegt aber in der fortdauernden Belastung durch die Restrukturierung von früheren
Gesellschaften, die bereits vor Jahren begonnen wurde. Da es nicht gelang, die damit
einhergehenden Belastungen und Aufgabenfelder schneller zu lösen, waren nun die
Insolvenzanträge unvermeidlich. In der KATHREIN-Gruppe an den Standorten in Süddeutschland
sind aktuell über 100 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen. Die Gehaltszahlungen werden durch
das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit übernommen.
Investorenlösung wird angestrebt
Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Verken und sein Team haben in den vergangenen Tagen
bereits eine Vielzahl von Gesprächen mit dem Management, den Beschäftigten sowie wichtigen
Kunden und Geschäftspartnern geführt. Eines der wesentlichen Ziele dabei war es, dass der
Geschäftsbetrieb in den Unternehmen aufrecht erhalten bleiben kann. „Uns ist es gemeinsam
gelungen, die Abläufe zu stabilisieren und für eine ununterbrochene Versorgung und Betreuung
unserer Kunden zu sorgen. Nun geht es für uns darum, eine langfristige tragfähige Lösung für die
KATHREIN-Gruppe zu finden und die bekannte Traditionsmarke zu erhalten. Erste Gespräche mit
potenziellen Investoren laufen bereits. Ein strukturierter Prozess wird in den kommenden Tagen
starten.“, kündigt der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Verken an.
Über Anchor
Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und über 170 Mitarbeitern in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.