Gestiegene Kosten und Schwierigkeiten qualifiziertes Pflegepersonal zu finden, haben die Arbeit der Trägerwerk Soziale Dienste in Bayern gGmbH (TWSD Bayern) in den vergangenen Monaten charakterisiert. Das gemeinnützige Unternehmen betreibt in Lamerdingen ein Wohnheim für Schwerbehinderte und in Oberornau ein geschlossenes Wohnheim für geriatrische und psychisch erkrankte Personen. Nun sah sich die Geschäftsführung gezwungen, beim Amtsgericht Kempten einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Max Liebig aus der Kanzlei LIEBIG Insolvenzverwaltung Restrukturierung in München bestellt.
Vordringliches Ziel des Verfahrens ist es, die Betreuung der insgesamt 18 in Lamerdingen untergebrachten Patientinnen und Patienten sowie der weiteren 41 Patientinnen und Patienten in Oberornau dauerhaft sicherzustellen. Zusammen sind dort 92 Mitarbeitende beschäftigt, deren Lohn bis mindestens einschließlich April 2026 über das Insolvenzgeld gesichert ist.
„Wir betreiben am Standort Lamerdingen ein Wohnheim für Schwerbehinderte, das den Einsatz hochqualifizierten Pflegepersonals erfordert. In Oberornau führen wir ein geschlossenes Wohnheim für geriatrische und psychisch erkrankte Personen“, erläutert das Geschäftsführungsteam, Natascha Loherstorfer-Tipolt und Christoph Senezuk. „Leider mussten wir in den vergangenen Jahren unsere Aufnahmekapazitäten reduzieren, da es nicht mehr möglich war, ausreichend Pflegepersonal zu gewinnen. Die hierdurch wegfallenden Umsätze bei gleichzeitig steigenden Kosten, insbesondere durch die Inanspruchnahme von Leiharbeitskräften, haben letztlich den Insolvenzantrag notwendig gemacht.“
Derzeit wird mit Hochdruck zusammen mit den zuständigen Kostenträgern und involvierten Behörden nach einer Lösung gesucht. Ebenfalls wurde damit begonnen, nach möglichen neuen Trägern für die Einrichtungen zu suchen.
„Alle Beteiligten sind sich der besonderen Herausforderung bewusst, möglichst schnell eine sichere Perspektive für die Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige zu schaffen“, betont der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig. „Der Pflegemarkt, gerade in dem Bereich in dem die TWSD Bayern tätig ist, sieht sich schon längere Zeit mit einem enormen wirtschaftlichen Druck und dem Mangel an Pflegekräften konfrontiert. Dennoch habe ich die Hoffnung, dass unter Einbindung aller Beteiligter eine Lösung im Interesse von Patienten und Mitarbeitern gefunden werden kann.“
Über das Unternehmen:
Die Trägerwerk Soziale Dienste Bayern gGmbH gehört als regionaler Standort zu einer Gruppe von sozialen Einrichtungen, die vorwiegend im Osten und Norden Deutschlands aktiv ist. Sie geht am Standort in Lamerdingen aus einem bereits 1981 gegründeten Verein hervor, der in der Pflege von behinderten Menschen aktiv war.
Über den vorläufigen Insolvenzverwalter:
LIEBIG Insolvenzverwaltung & Restrukturierung
Fokussiert auf die operative Fortführung von Unternehmen in Krisensituationen wird Diplom-Kaufmann Dr. rer. pol. Max Liebig regelmäßig von Insolvenzgerichten in größeren Betriebsfortführungen bestellt. In seinen Funktionen als Insolvenzverwalter wie auch als Sachwalter macht er es sich stets zur Aufgabe, im Interesse der Gläubigergesamtheit und der jeweiligen Unternehmen nachhaltige Sanierungslösungen zu erarbeiten.
Die von ihm gegründete LIEBIG Insolvenzverwaltung Restrukturierung ist eine auf Insolvenzverwaltung spezialisierte Kanzlei. Die Verwalter der Kanzlei betreuen ausschließlich Insolvenzverfahren und sind als Gutachter, Insolvenzverwalter, Treuhänder und Sachwalter im Auftrag der Insolvenzgerichte tätig.