- Finanzierung der Bewirtschaftung vorübergehend gesichert
- Versorgung, Sicherheit, Instandhaltung und Pflege werden nun systematisch angegangen
Hameln, 10.09.2026 – Das Amtsgericht Hameln hat mit Beschlüssen vom 10.09.2026 die Insolvenzverfahren über das Vermögen der Immobiliengesellschaften BEVO DE Alpha 2a GmbH und BEVO DE Alpha 2b GmbH eröffnet. Mit der Verfahrenseröffnung ist eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, um die Bewirtschaftung der Wohnanlagen der Schuldnerinnen zu stabilisieren und die seit längerem erwarteten Verbesserungsmaßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen.
Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Rainer Eckert, Gründungspartner der Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsgesellschaft mbB, bestellt. Unterstützt wird er von Rechtsanwalt und assoziiertem Partner Marcus C. Spangenberger (M.B.L.).
BEVO DE Alpha 2a GmbH und BEVO DE Alpha 2b GmbH sind Teil der insolventen DEGAG-Gruppe
Die Immobiliengesellschaften BEVO DE Alpha 2a GmbH und BEVO DE Alpha 2b GmbH hatten Mitte März 2025 Insolvenz angemeldet. Ende März 2025 ordnete das Amtsgericht Hameln jeweils ein vorläufiges Insolvenzverfahren an.
Die BEVO DE Alpha 2a GmbH und die BEVO DE Alpha 2b GmbH sind Teil der insolventen Immobiliengruppe DEGAG. Deren vermeintliches Geschäftsmodell war es, marode Immobilien zu kaufen, um sie zu modernisieren und anschließend teurer zu vermieten. Das wurde nach bisherigen Erkenntnissen größtenteils jedoch nicht umgesetzt: Rund 5.500 Wohnungen gehören dem Unternehmen bundesweit, der Großteil ist marode oder steht leer.
Die BEVO DE Alpha 2a GmbH und die BEVO DE Alpha 2b GmbH bewirtschaften Wohnimmobilien in Halle (Saale) und Umgebung, insgesamt gehören 1.249 Wohneinheiten zu dem Bestand.
Aufbruch für die Mieterinnen und Mieter
Für die Mieterinnen und Mieter markiert die Eröffnung der Insolvenzverfahren einen wichtigen Wendepunkt: Nach einer langen Phase eingeschränkter Handlungsmöglichkeiten können notwendige Maßnahmen in den Beständen nun strukturiert priorisiert und sukzessive umgesetzt werden. Ziel ist es, die Wohnsituation für die Mieterinnen und Mieter nachhaltig zu verbessern. Partner für die Bewirtschaftung ist die SIM Gruppe; sie agiert für einen privaten Investor (sog. Family Office) als Investment- und Asset Manager. Der neue Investor sichert, zunächst für eine Übergangszeit, die finanziellen Mittel, die für eine geordnete Bewirtschaftung der Wohnanlagen erforderlich sind.
Die SIM Gruppe ist ein inhabergeführter Investment- und Managementpartner für Wohnimmobilien in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Bestände mit Entwicklungs-, Optimierungs- oder Restrukturierungspotenzial in Metropolregionen, wirtschaftsstarken Mittelstädten und ausgewählten Wachstumsmärkten. Die Unternehmensgruppe verbindet Investment, Asset- und Property Management sowie Vermietung und Verkauf. So kann sie Strategien unmittelbar in den betreuten Beständen umsetzen. Das Unternehmen ist unter anderem für institutionelle Investoren, Family Offices, Banken, Insolvenzverwalter und private Eigentümer tätig.
Mit den durch die Eröffnung der Insolvenzverfahren gegebenen Handlungsmöglichkeiten und einem neuen Finanzpartner besteht nun die Grundlage, neben der laufenden Versorgung auch Instandhaltungs- und Pflegemaßnahmen wieder verlässlich anzugehen.
„Die Mieterinnen und Mieter haben lange auf konkrete Verbesserungen gewartet. Jetzt können wir die Themen nach Dringlichkeit priorisieren und Schritt für Schritt abarbeiten. Entscheidend ist, dass wieder Bewegung in die Bestände kommt und Verbesserungen vor Ort sichtbar werden“, erklärt Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert.
Konkrete Verbesserungen Schritt für Schritt
Oberste Priorität hat weiterhin die gesicherte Grundversorgung mit Wasser, Strom und Wärme sowie die Sicherheit vor Ort. Darüber hinaus sollen zeitnah wieder Hausmeister-, Grünpflege- und Reinigungsdienste für die Immobilienbestände beauftragt werden. Außerdem werden die Liegenschaften regelmäßig begangen, der bauliche Zustand und die Vermietungssituation systematisch erfasst und erkannte Mängel nach Dringlichkeit geordnet. Auf dieser Grundlage sollen Instandhaltungs- und Pflegemaßnahmen sukzessive umgesetzt werden.
„Nicht alle Themen können gleichzeitig gelöst werden. Entscheidend ist jedoch, dass nach der langen Phase des Stillstands wieder ein verlässlicher Prozess besteht, in dem notwendige Maßnahmen geplant, finanziert und abgearbeitet werden können“, so Dr. Rainer Eckert.
Die Mieterinnen und Mieter werden aktuell postalisch über die künftige Bewirtschaftung der Immobilien informiert und sollen auch fortlaufend über wesentliche weitere Schritte und Maßnahmen in den Beständen benachrichtigt werden.
Über ECKERT Rechtsanwälte
Die ECKERT Rechtsanwälte Steuerberater Partnerschaftsgesellschaft mbB ist eine deutschlandweit tätige Sanierungs- und Restrukturierungsgesellschaft und gehört zu den führenden Kanzleien Deutschlands in diesem Bereich.
Die Spezialisten der Sozietät sind sowohl beratend auf Unternehmensseite als auch als Insolvenzverwalter, Sachwalter und Zwangsverwalter tätig. Neben Insolvenzrecht umfasst die Beratung auch steuer- und arbeitsrechtliche Fragen.
Insgesamt sind mehr als 170 zertifizierte Mitarbeiter – davon rund 50 Berufsträger – an 19 Standorten tätig.