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Papierfabrik Zerkall verkauft – Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten

Hürtgenwald-Zerkall, 4. Mai 2021

Es ist gelungen, den Geschäftsbetrieb der Papierfabrik Zerkall Renker & Söhne GmbH &
Co. KG an die neu gegründete Papierfabrik Zerkall GmbH zu verkaufen. Ein entsprechender
Kaufvertrag wurde am 27.04.2021 unterzeichnet. Der Kaufvertrag bedarf zu seiner
Wirksamkeit noch der Genehmigung der Gläubigerversammlung.

„Auf eine Ausproduktion hatten wir uns bereits eingestellt, als wir den Rat von
Sanierungsexperten suchten. Dass nun die Firma mit ihrer über 115jährigen Tradition in
gute Hände kommt, freut uns auch deshalb besonders, weil so die Arbeitsplätze der teils
jahrzehntelang für den Betrieb arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert
werden“, erklärt der Geschäftsführer Felix Renker.

Die Gesellschaft stellt seit über 115 Jahren echte Büttenpapiere im Rundsiebverfahren her
und verarbeitet diese zu Schreib- und Anzeigen- sowie Druck- und Künstlerpapieren. Die
Vermarktung erfolgt weltweit unter der geschützten Marke ZERKALL-BÜTTEN.

Da diese Papiere höchste Qualitätsanforderungen erfüllen, wurde 1949 die Urschrift des
Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland auf ZERKALL-BÜTTEN geschrieben und
unterzeichnet. Auch bei zahlreichen anderen bedeutenden Vertragswerken der
Bundesrepublik Deutschland wurde dieses Büttenpapier verwendet, so z.B. 1990 bei der
Unterzeichnung der Urkunde zur Deutschen Einheit. Und sowohl bei der Vereidigung des
Bundespräsidenten als auch des Bundeskanzlers wird auf ZERKALL-BÜTTEN
zurückgegriffen.

Im November 2020 hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung
gestellt. Die Geschäftsführung wurde von den Generalbevollmächtigten Rechtsanwälte
Christoph Enkler und Sebastian Netzel von Brinkmann & Partner durch den
Sanierungsprozess begleitet. Durch Beschluss vom 03.11.2020 wurde Dr. Biner Bähr von
der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Auch nach Eröffnung des
Insolvenzverfahrens am 01.02.2021 wurde der Geschäftsbetrieb in Eigenverwaltung unter
Aufsicht des Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt.

In einem strukturierten Bieterprozess hat sich der Dürener Unternehmer Frank Féron
gegen zahlreiche andere Interessenten (sowohl Strategen als auch Immobilieninvestoren)
durchgesetzt. Der Investorenprozess wurde durch die EichenFels GmbH/ Frankfurt am Main
(federführend durch Jörn Herseth) begleitet.

Herr Féron ist geschäftsführender Gesellschafter von IP Verpackungen mit Sitz
Aldenhoven, einem Hersteller von Verpackungslösungen im Food-Service. Am Standort in
Zerkall soll neben der Fortführung der traditionellen Büttenpapierproduktion eine Fertigung
innovativer, nachhaltiger Produkte auf Zellstoffbasis entstehen. Es soll langfristig in Zerkall
investiert und eine Vielzahl von neuen Arbeitsplätzen geschaffen werden. Geschäftsführer
der neu gegründeten Papierfabrik Zerkall GmbH sind Frank Féron und Hans-Wilhelm
Hambloch.

„Mit einer solchen Lösung hatten alle Beteiligten, insbesondere die Unternehmerfamilie
Renker, noch im November nicht gerechnet“, so der Sachwalter Dr. Bähr. „Die Gläubiger
können mit einer Vollbefriedigung ihrer Forderungen rechnen. Im gemeinsamen Interesse
lag immer der Erhalt der Arbeitsplätze in der Büttenpapierproduktion, da wir alle von dem
Produkt überzeugt waren. Das vorgelegte Konzept sieht die Schaffung zahlreicher neuer
Arbeitsplätze und den Ausbau des Standortes vor. Das sehe ich als besonderen Erfolg
dieses Verfahren an.“

Auch die Generalbevollmächtigten Rechtsanwälte von Brinkmann & Partner sind von dem
Konzept überzeugt. „Mit Herrn Féron ist es uns gelungen, einen regionalen Investor zu
finden, der Tradition und Innovation verbinden will“, so Christoph Enkler. „Letztlich hatten
wir die Wahl zwischen mehreren interessanten Angeboten. Wir haben viel diskutiert und
abgewogen, die Behörden und Menschen vor Ort eingebunden und uns täglich neue Fragen
gestellt, was für den Standort die perspektivisch beste Lösung darstellt“, ergänzt Sebastian
Netzel. „Es standen zahlreiche Lösungen zu Auswahl. Da wir frühzeitig den Weg in die
Eigenverwaltung gegangen sind und alle Beteiligten uns unterstützt haben, hatten wir für
die Entscheidungsfindung auch den erforderlichen zeitlichen Rahmen.“