- Insolvenzverfahren am 1. Februar 2026 eröffnet
- Geschäftsbetrieb wird zum Jahresende 2026 vollständig eingestellt
- Rund 145 Arbeitsplätze fallen weg
- Transfergesellschaft wird eingerichtet
Unterschneidheim, den 3. September 2026. Am 1. Februar 2026 eröffnete das Amtsgericht Aalen das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der ROKU Mechanik GmbH. Rückläufige Aufträge aus der Automobilindustrie und die gestiegenen Energiekosten hatten das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht.
Ziel der eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen war es, einen Investor für das Unternehmen zu finden. Trotz intensiver Bemühungen ist das nicht gelungen. Das Unternehmen hat mit der Ausproduktion begonnen und wird zum Jahresende seinen Geschäftsbetrieb einstellen. Die Beschäftigten haben die Möglichkeit, für sechs Monate in eine von den Kunden finanzierte Transfergesellschaft zu wechseln, die sie bei ihrer beruflichen Neuorientierung und beim Übergang in eine neue Beschäftigung unterstützt.
„Wir waren mit mehreren potenziellen Investoren in intensiven Gesprächen und standen zweimal kurz vor dem Abschluss. Wesentlicher Grund für die Absagen der Investoren war die branchenbedingt schwierige Auftragslage des Unternehmens. Sowohl im Automotive- als auch im Non-Automotive Bereich zeichnete sich nach und nach ein signifikanter Auftragsrückgang ab, der trotz intensiver Bemühungen nicht aufgehalten werden konnte. Eine Stilllegung des Unternehmens wurde dadurch unvermeidlich. Zur Abfederung der sozialen Nachteile des Arbeitsplatzverlustes haben sich die Kunden bereit erklärt, eine Transfergesellschaft für die betroffenen Mitarbeitenden zu finanzieren“, berichtet Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger, der für die Dauer des Verfahrens als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eingetreten ist und zusammen mit seinem Team die Geschäftsführung im Eigenverwaltungsverfahren unterstützt. Als Sachwalter hatte das Amtsgericht Aalen Rechtsanwalt Dr. Holger Leichtle von der Kanzlei Görg aus Stuttgart bestellt.
„Wir hatten gute Jahre und stabile Kundenbeziehungen und haben noch 2019 rund 25 Millionen Euro in den Bau einer zusätzlichen Fertigungsstätte investiert. Kurz darauf sahen wir unser Unternehmen erst mit der Corona-Pandemie, dann der Energiekrise und zuletzt mit einer immer schwächeren Nachfrage der Automobilbranche konfrontiert. Dass wir es nicht geschafft haben, unser Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, und es nun stilllegen müssen, schmerzt uns sehr. Ich hoffe, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell eine neue Stelle finden“, betont Roland Kuhnhaus, Geschäftsführer der ROKU Mechanik GmbH.
Die ROKU Mechanik GmbH beschäftigte zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung rund 190 Mitarbeitende; aktuell werden noch rund 145 Mitarbeitende in den beiden Werken des Unternehmens beschäftigt. Die Mitarbeitenden haben bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen die Möglichkeit, nach Abschluss der Ausproduktion voraussichtlich Anfang 2027 in die Transfergesellschaft zu wechseln.
Die ROKU Mechanik GmbH ist als Zulieferer in der Zerspanungstechnik tätig. Das Unternehmen fertigt mit modernsten, bedarfsgerechten Produktionsmitteln präzise Dreh- und Frästeile sowie Baugruppen in kleinen und mittleren Losgrößen bis hin zur Großserienproduktion, insbesondere für die Automobilindustrie, aber auch für Nicht-Automotive-Kunden.
Über Grub Brugger
Seit über sechs Jahrzehnten agiert Grub Brugger national und international, derzeit mit Standorten in Stuttgart, Frankfurt am Main, München und Freiburg. Seit der Gründung 1965 hat sich die Kanzlei konsequent auf das Insolvenz-, Sanierungs- und Wirtschaftsrecht ausgerichtet. Die Beratung von Unternehmen in der Krise und deren Gläubigern, die Insolvenzverwaltung sowie die Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren und Kreditinstituten haben das Profil von Grub Brugger maßgeblich geprägt. Grub Brugger ist eine vielfach seit Jahren in der Fach- und Wirtschaftspresse ausgezeichnete Kanzlei und gehört deutschlandweit zu den führenden Adressen in der Insolvenz- und Sanierungsberatung sowie in der Insolvenz- und Eigenverwaltung. www.grub-brugger.de
Martin Mucha ist Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Partner der Kanzlei Grub Brugger und laut JUVE-Handbuch Wirtschaftskanzleien 2025/2026 wiederholt einer der führenden Namen in der Insolvenzverwaltung in Deutschland. Ebenfalls wurde Martin Mucha zuletzt im Ranking der WirtschaftsWoche unter den renommiertesten Anwälten für Restrukturierung aufgeführt. Die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung hat Martin Mucha im Jahr 2023 den Award „Eigenverwalter/in des Jahres“ verliehen. Das Handelsblatt hat Martin Mucha im gleichen Jahr zum Anwalt des Jahres im Bereich Restrukturierung und Insolvenzrecht ausgezeichnet. Martin Mucha ist u. a. Mitglied im Gravenbrucher Kreis und im Fachausschuss für Insolvenzrecht der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK).