· Übertragende Sanierung zum 1. Oktober erfolgreich umgesetzt
· Neugegründete MoldTecs Germany GmbH übernimmt Standort und Geschäftsbetrieb
· Mehr als 200 Arbeitsplätze bleiben künftig erhalten
Für den Automobilzulieferer MoldTecs ist im Rahmen des laufenden Sanierungsverfahrens eine Zukunftslösung gefunden: Zum 1. Oktober 2026 hat die neugegründete MoldTecs Germany GmbH, ein Unternehmen der Mutares Gruppe, den Standort Sonneberg im Wege einer übertragenden Sanierung übernommen. Damit kann der Geschäftsbetrieb des Spezialisten für Präzisionsbauteile aus Hochleistungskunststoffen fortgeführt werden.
„Dass wir den Standort erhalten können, ist ein wichtiges Ergebnis für unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und die Region. Klar ist aber auch, dass die Sanierung mit einem Personalabbau verbunden sein wird. Dieser Einschnitt schmerzt uns sehr, war jedoch angesichts der aktuellen allumfassenden Krisenlage im deutschen Automobilsektor nicht vermeidbar. Dennoch geht das Unternehmen aus dieser Restrukturierung gestärkt die Herausforderungen der Zukunft an“, sagt Dr. Wolfgang Lichtenwalder, Geschäftsführer der MoldTecs Germany GmbH. Als zweiter Geschäftsführer steht ihm Dirk Stiefler zur Seite.
Die Anpassung der Personalstruktur ist ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung und Voraussetzung dafür, den Standort wirtschaftlich nachhaltig aufzustellen. „Der Abbau erfolgt schrittweise in mehreren Wellen bis Ende 2027. Danach sollen in Sonneberg perspektivisch weiterhin mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt sein. Damit bleiben entscheidendes Know-how und zentrale Produktionskompetenzen am Standort erhalten“, ordnet Generalbevollmächtigter Dr. Felix Melzer, MBA und Partner der Wirtschaftskanzlei act legal, ein. Er unterstützt den eigenverwaltenden Geschäftsführer gemeinsam mit seinen Partnern Dr. Sven Tischendorf, MBA, Dr. Alexander Höpfner und Dr. Fabian Laugwitz in allen insolvenzrechtlichen und operativen Fragen des Sanierungsprozesses.
Zukunftslösung dank strukturiertem Investorenprozess
Der Standort in Sonneberg der MoldTecs GmbH wurde von der neu gegründeten MoldTecs Germany GmbH übernommen, die von der Mutares Gruppe zu diesem Zweck gegründet wurde. Seit dem 1. Oktober führt der neue Eigentümer den Standort fort. Mit der Übernahme ist damit ein entscheidender Schritt im Sanierungsverfahren geschafft. Für Kunden und Geschäftspartner soll sich im laufenden Betrieb möglichst wenig ändern.
MoldTecs bringt vieles mit, worauf der neue Eigentümer jetzt aufbauen kann: langjähriges technologisches Know-how, erfahrene Mitarbeiter und gewachsene Kundenbeziehungen. Genau diese Stärken können genutzt werden, um den Standort gezielt weiterentwickeln und das Unternehmen wieder nachhaltig erfolgreich aufstellen.
Verantwortlich für die Investorensuche war das Team um Steuerberater Jonas Eckhardt und Nicolas Haan von der im Restrukturierungsumfeld sowie im Automobilsektor renommierten Falkensteg Corporate Finance GmbH. Daneben wird MoldTecs vom Team der ABG Marketing GmbH bei der Kommunikation während des Sanierungsverfahrens unterstützt.
Krisenursache: deutlich verschlechterte Marktbedingungen
MoldTecs war infolge der anhaltend schwierigen Lage in der Automobil- und Zulieferindustrie unter wirtschaftlichen Druck geraten. Ausschlaggebend waren insbesondere eine rückläufige Nachfrage, eine schwächere Auftragslage bei wichtigen Großkunden sowie ein zunehmender internationaler Preis- und Wettbewerbsdruck. Ein frühzeitig eingeleitetes Transformationskonzept konnte außergerichtlich nicht mehr vollständig umgesetzt werden. Das Insolvenzverfahren, das im Mai 2026 eingeleitet wurde, hat schließlich den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen gegeben, die notwendigen Sanierungsschritte beschleunigt umzusetzen und parallel eine tragfähige Investorenlösung zu erarbeiten.
„Die nun gefundene Lösung zeigt, dass es gelungen ist, den Geschäftsbetrieb während des Verfahrens zu stabilisieren und die wesentlichen Werte des Unternehmens zu erhalten. Entscheidend dafür waren neben der konstruktiven Zusammenarbeit aller Verfahrensbeteiligten insbesondere auch die Unterstützung der Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner. Hervorzuheben ist zudem die professionelle Arbeit der Eigenverwaltung sowie die sorgfältige Vorbereitung des Verfahrens, die diese zügige Umsetzung einer tragfähigen Lösung erst ermöglicht haben“, sagt Sachwalter, Rechtsanwalt Prof. Dr. Christoph Alexander Jacobi von der Kanzlei STAPPER | JACOBI | SCHÄDLICH RECHTSANWÄLTE, der das Verfahren im Sinne der Gläubiger überwacht.
Über MoldTecs
MoldTecs mit Sitz im thüringischen Sonneberg entwickelt und stellt technische Kunststoff- und Präzisionsteile insbesondere für namhafte Kunden der Automobil- und Zulieferindustrie her. Zu den gefertigten Komponenten zählen unter anderem Ansaugsysteme, Ventile, Leitungen sowie weitere Kunststoffbauteile für Antriebssysteme. Die Wurzeln des Betriebs reichen dabei bis in die früheren DDR-Zeiten zurück. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde der Standort Anfang der 1990er-Jahre in eine moderne Unternehmensstruktur überführt und seither kontinuierlich und erfolgreich weiterentwickelt.
Über act legal
act legal bündelt die Expertise führender Wirtschaftskanzleien in den wichtigsten europäischen Märkten. Mit 19 Büros, über 400 Berufsträgern und einem globalen Netzwerk bietet die Kanzlei fundiertes lokales Know-how sowie internationale Expertise – Tech-getrieben sowie mit wirtschaftlichem und strategischem Mehrwert. Ganz gleich, ob es sich um komplexe Transaktionen, die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten oder strategische Rechtsberatung handelt, im Fokus stehen erstklassige Qualität, Effizienz und Effektivität.
Über STAPPER | JACOBI | SCHÄDLICH
Die mittelständische Kanzlei STAPPER | JACOBI | SCHÄDLICH verfügt über ein auf die Insolvenzverwaltung und Restrukturierung spezialisiertes Team von rund 50 qualifizierten Mitarbeitern, die vorwiegend in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Bayern tätig sind. Prof. Dr. Alexander Jacobi ist Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht, Honorarprofessor für Unternehmensrestrukturierung und seit fast 20 Jahren in der Insolvenz- und Restrukturierungsbranche tätig. Er wird regelmäßig von verschiedenen Amtsgerichten in Mitteldeutschland zum Insolvenzverwalter oder Sachwalter bestellt.