Traditionsbäckerei Neff saniert sich in Eigenverwaltung

  • Geschäftsbetrieb in Produktion und Bäckereifilialen läuft uneingeschränkt weiter
  • Gestiegene Energie- und Rohstoffpreise sowie Fachkräftemangel für Krise verantwortlich
  • Ziele sind Erhalt und Fortführung des Familienbetriebs

Karlsruhe, 26. Februar 2026. Die bereits in 1904 gegründete Traditionsbäckerei Rudolf Neff GmbH mit Sitz in Karlsruhe hat beim Amtsgericht Karlsruhe einen Antrag Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat dem Antrag am 25. Februar 2026 stattgegeben und Rechtsanwalt Holger Blümle von der Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Er überwacht im Auftrag des Gerichts das Verfahren und wahrt die Interessen der Gläubiger. Das in der gesamten Region bekannte Bäckereiunternehmen Neff befindet sich in vierter Generation im Familienbesitz und produziert in Karlsruhe hochwertige Brot- und Backwaren, die an den insgesamt 19 eigenen Standorten verkauft werden. Die Produktion, die Belieferung aller Filialen und der Verkauf an allen Standorten laufen uneingeschränkt weiter.

Beschäftigte auf Betriebsversammlung informiert

Die Geschäftsführung um Andreas Reich, Kati Neff-Reich und Simon Reich bleibt weiter im Amt und wird im Verfahren von den erfahrenen Sanierungsexperten und Rechtsanwälten Jens Lieser und Alfred Kraus von LIESER Rechtsanwälte als Generalhandlungsbevollmächtigte unterstützt. Die erfahrenen Sanierungsexperten Jens Lieser und Alfred Kraus kümmern sich darum, dass der Betrieb des Unternehmens störungsfrei weiterläuft und erarbeiten mit dem gesamten Team einen Sanierungsplan. Die Löhne und Gehälter der rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die Monate Februar, März und April 2026 über Insolvenzgeld gesichert. Danach erfolgen die Lohn- und Gehaltszahlungen wieder durch das Unternehmen, das auf die nächsten Monate durchfinanziert ist. Auf einer Betriebsversammlung wurden die Beschäftigten über das Eigenverwaltungsverfahren und die weiteren Schritte informiert.

Sanierung und Fortführung des Familienbetriebs

Ziel des Eigenverwaltungsverfahrens ist die nachhaltige Sanierung und der langfristige Erhalt des Traditionsunternehmens. Die Geschäftsführung zeigt sich zuversichtlich, gemeinsam mit den beiden Sanierungsexperten und in enger Abstimmung mit dem vorläufigen Sachwalter tragfähige Lösungen zu erarbeiten. „Wir stehen als Familienunternehmen zu unserer Verantwortung für unsere Mitarbeiter, für unsere Kundschaft und unser handwerkliches Erbe, für dass wir alle mit großem Einsatz und Überzeugung täglich einstehen“, so Geschäftsführer Andreas Reich. Mit dem Eigenverwaltungsverfahren hat das Unternehmen einen strukturierten und transparenten Weg gewählt, um die Bäckerei zukunftsfähig aufzustellen. „In den kommenden Monaten werden wir einen Sanierungsplan erarbeiten und alles tun, um eine nachhaltige Sanierung und Fortführung zu erreichen“, sagt Generalhandlungsbevollmächtigter Jens Lieser.

Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage

Wie viele handwerkliche Bäckereibetriebe sieht sich auch die Traditionsbäckerei Neff seit Beginn des Ukrainekrieges massiven Kostensteigerungen ausgesetzt. So sind die Energiepreise im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg um bis zu 500 Prozent gestiegen. Das Unternehmen produziert seine Backwaren mit
Öl- und Gasöfen und kann auf Energie nicht verzichten. Hinzu kommen stark gestiegene Rohstoffpreise, insbesondere für Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl.

Diese erheblichen Mehrkosten konnten aufgrund des intensiven Wettbewerbs und der hohen Preissensibilität der Kundschaft nur in sehr geringem Umfang an die Verbraucher weitergegeben werden. Preiserhöhungen hätten zu weiteren Umsatzverlusten geführt, da Verbraucher in Inflationszeiten sonst auf günstigere Angebote im Discountbereich ausgewichen wären.

Keine Einschnitte bei der Qualität

Gleichzeitig hält das Familienunternehmen rigoros an der guten Qualität seiner Rohstoffe fest. Für die Traditionsbäckerei Neff sind Qualität und handwerkliche Backkunst untrennbar miteinander verbunden. Zusätzlich belasten seit Jahren der zunehmende Fachkräftemangel im Bäckerhandwerk, die körperlich anspruchsvolle Arbeit mit Nacht- und Wochenendschichten sowie die jüngsten Erhöhungen des Mindestlohns die wirtschaftliche Situation für Bäckereibetriebe.

Broterzeugnisse unverzichtbar

Das Backhandwerk befindet sich insgesamt in einer schwierigen Situation, aber ganz besonders hart trifft es die kleineren und mittelgroßen Bäckereibetriebe wie Neff. „Dennoch sehen wir gute Chancen für das Familienunternehmen, da Broterzeugnisse grundsätzlich unverzichtbar sind. Das Gericht hat das Eigenverwaltungskonzept befürwortet. So wird die Sanierung mit den Instrumenten der Insolvenzordnung der Start für den Neuanfang sein“, sagt Generalhandlungsbevollmächtigter Alfred Kraus.

Über die Bäckerei Rudolf Neff GmbH

Die Bäckerei Rudolf Neff GmbH ist ein 1904 gegründetes Familienunternehmen mit Sitz in Karlsruhe und befindet sich heute in vierter Generation im Familienbesitz. Das Traditionsunternehmen steht für handwerklich hergestellte Brot- und Backwaren aus hochwertigen Rohstoffen und eigener Produktion in Karlsruhe. Neff betreibt 19 eigene Standorte in Karlsruhe und der Region – darunter Bäckereifilialen, Cafés sowie Verkaufsstellen in Supermärkten. Rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Backstube, Verkauf und Verwaltung beschäftigt. Qualität, Regionalität und echtes Brothandwerk prägen seit über 120 Jahren das Selbstverständnis des Unternehmens.

Weitere Infos unter www.baeckerei-neff.de

Über LIESER Rechtsanwälte

LIESER Rechtsanwälte ist ein führendes Büro auf dem Gebiet der Insolvenzverwaltung, Restrukturierung und Sanierung. Von 15 Standorten u.a. in Koblenz, Mannheim, Saarbrücken, Bonn, Mainz, Frankfurt a. Main, Darmstadt, Köln und Trier werden Mandate aller Größenordnungen und Branchen betreut. In über 3.000 Unternehmensinsolvenzverfahren hat LIESER Rechtsanwälte die Kompetenz bei der Fortführung und Sanierung von Unternehmen erfolgreich unter Beweis gestellt.

Weitere Informationen unter: www.lieser-rechtsanwaelte.de