Vorläufiger Insolvenzverwalter der Baden Board GmbH informiert Belegschaft

Gernsbach, 22. Dezember 2021. Unter Berücksichtigung der erforderlichen coronabedingten Hygienevorschriften hat der vorläufige Insolvenzverwalter der Baden Board GmbH, Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme von der Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme, heute die Beschäftigten des mittelständischen Karton- und Verpackungsspezialisten in einer Mitarbeiterversammlung über den Stand des Insolvenzverfahrens informiert.

Trotz gutem Verfahrensverlauf und tatkräftiger Unterstützung von Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter kann er demnach aufgrund der extremen Entwicklung des Gaspreises die Produktion des Unternehmens nicht weiter aufrechterhalten und muss kurzfristig die Ausproduktion in Gernsbach einleiten.

In der Konsequenz muss er zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens, die durch das zuständige Amtsgericht Baden-Baden zum 1. Januar 2022 erwartet wird, mit rund 200 Beschäftigten auch einen Großteil der Belegschaft freistellen. Unabhängig davon werden rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst als Abwicklungsteam im Unternehmen verbleiben.

„Diesen harten Schritt so kurz vor Weihnachten bedauern wir sehr. Wir waren bis dato auf einem guten Kurs. Die weiterhin extrem gestiegenen Energiepreise stellen allerdings eine zu starke Belastung für uns da, so dass wir infolge wirtschaftlicher und insolvenzrechtlicher Vorgaben zwingend handeln müssen“, sagt Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme. Mit aktuell rund 184 Euro pro Megawattstunde ist das für die Produktionsprozesse der Baden Board erforderliche Erdgas so teuer wie noch nie in Deutschland. Ein Ende dieser problematischen Preisentwicklung ist nach wie vor nicht abzusehen.

Hoffnungsvoll stimmt derweil die laufende Suche nach einem Käufer für die Baden Board GmbH. „Das Interesse, in Baden Board zu investieren und den Geschäftsbetrieb fortzuführen, ist nach wie vor groß“, ergänzt Rechtsanwalt Schmidt-Thieme. Er arbeite weiterhin unter Hochdruck daran, dem Unternehmen und möglichst vielen der rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen einer übertragenden Sanierung eine Perspektive zu ermöglichen. Ergebnisse aus dem Prozess werden frühestens Ende Januar 2022 erwartet.

Hintergrund:

Die Baden Board GmbH war im vergangenen Jahr im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens erfolgreich durch die Covid-19 Pandemie navigiert und restrukturiert worden. Das Unternehmen wurde auf diese Weise neu aufgestellt. Alle Arbeitsplätze konnten erhalten werden. Aufgrund des überraschenden Rückzugs eines Investors und der nicht zu erwartenden, belastenden Entwicklung am Energiemarkt hatte das Unternehmen beim zuständigen Amtsgericht in Baden-Baden Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gesellt. Das Gericht hatte daraufhin den erfahrenen Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Marc Schmidt-Thieme von der bundesweit tätigen Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Weitere Informationen:

Die Baden Board GmbH ist ein Hersteller von Recyclingkarton und Anbieter von Verpackungslösungen. Im Betriebsteil „Baden Karton“ werden jährlich rund 150.000 Tonnen Faltschachtelkarton für die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie aus 100 Prozent Altpapier gefertigt. Der Betriebsteil „Baden Packaging“ ist Verpackungsspezialist und Hersteller von innovativen Verpackungslösungen aus Karton. Jährlich werden rund 60.000 Tonnen Faltschachtelkarton zu bedarfsgerechten Verpackungen für Kunden der Food-, Non-Food und Getränkeindustrie verarbeitet.

Die Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme – Rechtsanwälte und Insolvenzverwalter ist an zwölf Standorten bundesweit tätig und auf komplexe Insolvenzsachverhalte, Sanierungen über Insolvenzverfahren sowie gerichtsnahe Tätigkeiten spezialisiert. Dazu zählen zum Beispiel die fachliche Begleitung von Eigenverwaltungen, die Erstellung von Insolvenzplänen oder die Übernahme von Treuhänderschaften in außergerichtlichen Sanierungen. Bundesweit bestellen 18 Gerichte die Fachanwälte der Kanzlei als Insolvenzverwalter.

Marc Schmidt-Thieme studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg. Das Referendariat absolvierte er in Heidelberg und in Singapur, wo er für den deutschen Industrie- und Handelstag tätig war. Marc Schmidt-Thieme ist seit 1998 als Rechtsanwalt zugelassen und arbeitet seit 1999 als Insolvenzverwalter mit Schwerpunkt Unternehmenssanierung und Restrukturierung. Zu seinen bekanntesten Verfahren zählen der Leiterplattenhersteller Greule, die Stb Fahrzeugbau, der Automobilzulieferer Sihn, das Maschinenbauunternehmen Karl-H. Mühlhäuser GmbH & Co. KG sowie die RUG (Riegelhof & Gärtner) und die ROB Gruppe. Darüber hinaus sanierte er als Insolvenzverwalter erfolgreich Dipach energy, Zentro-Elektrik und die Maxxtec AG. Vor kurzem schloss er die Sanierung der Microtherm-Gruppe in Pforzheim mit einer Investorenlösung erfolgreich ab. Marc Schmidt-Thieme ist Mitglied im VID (Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands) und der TMA (Turnaround Management Association).