- Übertragende Sanierung der beiden Garmisch-Partenkirchener Betonbohr- und -sägebetriebe erfolgreich abgeschlossen
- Cutting Company GmbH übernimmt die Geschäftsbetriebe mit allen 14 Arbeitnehmern
Garmisch-Partenkirchen/Weilheim, 12. August 2026. Die traditionsreichen Geschäftsbetriebe der Angerer Gesellschaft mit beschränkter Haftung Sägen und Bohren in Stahlbeton & Co. Betriebs KG und der Angerer Gesellschaft mit beschränkter Haftung Sägen und Bohren in Stahlbeton haben eine Zukunft. Die Insolvenzverwalter Dr. Robert Hänel und Michael Verken von Anchor Rechtsanwälte haben die Geschäftsbetriebe an die Cutting Company GmbH aus Taufkirchen veräußert.
Nach Zustimmung der Gläubigerversammlungen übernimmt die Cutting Company GmbH die laufenden Betriebe mit wirtschaftlicher Wirkung ab 3. August 2026.
Geschäftsbetriebe während der Insolvenz durchgehend fortgeführt
Die beiden Angerer-Betriebe wurden seit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung am 26. März 2026 und auch nach Eröffnung der Insolvenzverfahren am 1. Juni 2026 fortgeführt. Dadurch konnten die laufenden Aufträge weiterbearbeitet, die Kundenbeziehungen aufrechterhalten und das betriebliche Know-how erhalten werden.
Bei Verfahrenseröffnung bestanden bei beiden Gesellschaften insgesamt 14 Arbeitsverhältnisse, die nun mit dem Betriebsübergang auf die Cutting Company GmbH übergehen.
„Mit der Cutting Company haben wir einen branchenerfahrenen Erwerber gefunden, der den Geschäftsbetrieb fortführen und den Kunden sowie den Beschäftigten eine verlässliche Perspektive bieten kann“, erklärt Dr. Robert Hänel, Insolvenzverwalter der Angerer Gesellschaft mit beschränkter Haftung Sägen und Bohren in Stahlbeton & Co. Betriebs KG. „Dass der Betrieb während des gesamten Verfahrens aufrechterhalten werden konnte, war eine wesentliche Voraussetzung für diese Lösung.“
Strukturierter Investorenprozess
Die Insolvenzverwalter hatten die Raab & Kollegen GbR mit einer strukturierten Investorensuche beauftragt, die unter Federführung von Herrn Peter Raab und Herrn Tobias Raab stattfand. Dabei wurden rund 86 potenzielle Erwerber angesprochen. Nach Prüfung der eingegangenen Interessensbekundungen und Verhandlungen mit den zuletzt verbliebenen Kandidaten erhielt die Cutting Company den Zuschlag.
Die Erwerberin ist selbst auf Kernbohrungen, Betonschneidearbeiten und weitere Leistungen der Betonbearbeitung spezialisiert. Sie führt Projekte im süddeutschen Raum sowie in Tirol und im Salzburger Land aus. Aufgrund ihrer Tätigkeit und regionalen Ausrichtung bietet sie gute Voraussetzungen für die Fortführung der übernommenen Geschäftsbetriebe.
„Mit der Veräußerung der betrieblichen Einheit konnten die Strukturen erhalten und die Interessen der Gläubiger bestmöglich berücksichtigt werden“, erläutert Michael Verken, einer der beiden Insolvenzverwalter. „Mein Dank gilt insbesondere den Beschäftigten, den Kunden und den Geschäftspartnern, die die Fortführung während des Verfahrens unterstützt haben.“
Die Geschäftsführer der Cutting Company GmbH, Johannes Heuwieser und Horatiu Surdu, erklären: „Die Angerer-Betriebe verfügen über erfahrene Beschäftigte und über viele Jahre gewachsenes Know-how in der Betonbearbeitung. Wir freuen uns, die Geschäftsbetriebe fortzuführen und gemeinsam mit dem übernommenen Team die bestehenden Kundenbeziehungen weiterzuentwickeln.“
Mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung in der Betonbearbeitung
Die Wurzeln der Angerer-Betriebe reichen bis in das Jahr 1981 zurück. Das Unternehmen wurde ursprünglich von den Brüdern Xaver und Anton Angerer gegründet und auf die Bearbeitung und Durchtrennung von Beton- und Stahlbetonstrukturen ausgerichtet. Zum Leistungsspektrum gehören insbesondere Kernbohrungen sowie Beton- und Betonsägearbeiten mit Diamantwerkzeugen. Die Gesellschaften waren für Kunden in Deutschland und Österreich tätig.
Nachdem ein erheblicher Umsatzrückgang sowie Belastungen aus Finanzierung und gruppeninternen Verflechtungen zu Liquiditätsengpässen geführt hatten, stellten die Gesellschaften am 23. März 2026 Insolvenzanträge. Durch die nun umgesetzte Investorenlösung können die Geschäftsbetriebe fortgeführt werden.
Team Anchor
Dr. Robert Hänel, Insolvenzverwalter
Michael Verken, Insolvenzverwalter
Gregorio Calocero, verfahrensführender Rechtsanwalt
Deborah Walther, Wirtschaftsjuristin
Über die Cutting Company GmbH
Die Cutting Company GmbH ist auf Kernbohrungen, Betonschneiden, Seilsägen, Fugenschneiden sowie Abbruch- und Demontagearbeiten spezialisiert. Das Unternehmen führt Projekte im süddeutschen Raum, in Tirol und im Salzburger Land durch und verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der Diamantdienstleistungen und Betonbearbeitung.
Über Anchor
Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Mit 15 Standorten und über 200 Mitarbeitenden in den Bereichen Insolvenz und Sanierung gehört die Kanzlei deutschlandweit zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in und außerhalb der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder als Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. Anchor Management ist für seine betriebswirtschaftliche Restrukturierungsberatung, sein Interim Management und die Distressed M&A-Beratung bekannt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know-how.